Aufsatz 
Rostands Princesse Lointaine als Schullektüre
Entstehung
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Von ihrer Hofdame Sorismunde angekündigt, erscheint nun oben auf der Treppe im Rahmen des Goldportals Melissinde in schwerem, über und über mit Edelsteinen besetzten Herrschermantel, die Stirn gekrönt von einem Perlendiadem. Lilientragende Kinder umgeben sie. Verzückt starren die Pilger die Erscheinung an, die sie mit Helena vergleichen; und nun redet die Herrliche sie an:

So kehrt ihr Glücklichen nach Frankreich wieder? So hofft ihr bald vom Pilgerschiff im blauen Dunstschleier die Provence zu schauen? Beneidenswerte! Ach, ich selber bin Wie diese Blumen, die, am fernen Strand Erblüht, im Traum nur sehn ihr Vaterland: Ihr Blühn ist Schein sie welken längst im Innern! (Sie steigt ein paar Stufen herab) Ihr seht die Heimat aus dem Meere steigen, Mir bleibt sie fremd verlangend welk' ich hin, Und meiner Sehnsucht mangelt das Erinnern. (Sie verlässt die letzte Stufe und tritt unter die Pilger) Ich seh gerüstet euch mit Palmenzweigen, Wie's Christen ziemt, die scheiden... Darf ich euch Zur Palme eine schlanke Lilie schenken? Wollt ihr sie hüten und im Frankenreich Der fränk'schen Frau im fremden Lande denken? Während sie die Lilien austeilt, sagt ein Pilger: Die Palme das Symbel der rauhen Pilgerstrasse; Die Lilie deines Angesichts Oase! und ein anderer fährt fort: Trophä' die Palme doch der Lilienstengel Die Gabe, die uns lächelnd gab ein Engel!

Unvergesslich unvergesslich wirst Du uns sein!Heil, Heil der Prinzess! so klingt es noch, während sie unter dem Fenster vorüberziehen, von dem aus ihnen Melissindens königliche Erscheinung lebewohl zuwinkt.

Mit der Vertrauten allein geblieben, wirft Melisinde die Prinzessin von sich:

Ah, du zermalmst mich, Mantel, überladen Mit Jaspis und Korund und Diamant, Opal, Beryll und syrischen Granaten,