Aufsatz 
Rostands Princesse Lointaine als Schullektüre
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Das ist absurde Narretei! Schlimm genug, dass sich einer fand, sie zu teilen, dieser Ritter Bertrand d'Allamanon, der diese Fahrt bewundernswürdig hiess; schlimm genug, dass eines Prinzen Arzt nicht daheim bleiben konnte. Aber was soll man sagen zu dem Beichtiger

.... des Herrn, der frevelhaft Nach Syrien steuert, ohne dass zum Frommen Des heilgen Landes er das Kreuz genommen, Als einz'ger von der ganzen Ritterschaft Ein Liebespilger bleibt, das Grab vergisst Und zu der Laute singt, dass es sein Ziel nicht ist?!

Bruder Trophime sieht auch darin nur den Willen des All- mächtigen, dem alle Dinge zum besten dienen müssen. ... es giebt, wie mein Verstand sich's denkt Nichts Selbstlos-Grosses, das Ihm ferne bliebe: Fast wie die Kreuzfahrt, die Er schirmt und lenkt, Dient Seinem Zweck auch diese reine Liebe. Über cinen solchen Vergleich entrüstet sich Erasmus: Wie? Er verglich' ein Liebesabenteuer Der heilgen Sache unsrer Grabbefreier?! Dagegen Bruder Trophime: Nicht die Befreiung ist's, die Er begehrt. Wär's so, bedürft' Er dann der Christen Schwert? Glaubt mir, dem Schöpfer aller Dinge Genügt das Wehen einer Engelschwinge, Den Schwarm der Gotteslästrer zu verscheuchen. O nein, Er wollt' ein ander Ziel erreichen! Losringen wollt' Er von der Selbstsucht Bande, Aus ödem Saumsal, aus der Trägheit Schande Sie, die im Stolz erstarrt lebendig tot Und seht, sie stürzten sich auf Sein Gebot Begeistrungstrunken, fromm, voll Todesmut Ins Kampfgewühl die Selbstsucht war vergessen. Erasmus:Und was der Prinz für seine Dame tut....? Trophime:Bringt seiner Seele Vorteil unermessen! Tot war sie und im Tändeln nur geschäftig; Zur Lieb erwacht erst ward sie willenskräftig.