Aufsatz 
Rostands Princesse Lointaine als Schullektüre
Entstehung
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I. Inhalt des Dramas.

Erster Aufzug.

Der erste Akt führt uns an Bord einer fränkischen Galeere, die offenbareine lange, schwere Fahrt hinter sich hat. Ein Sturm hat gewütet: zerfetzte Segel, geborstene Rahen; losge- rissene Taue hängen herab; der notdürftig zurecht geflickte Mast neigt sich auf die Seite. Eine Schlacht hat stattgefunden: Blutlachen, zerstreut herumliegende Waffen. Die Nacht geht zu Ende. Graue durchsichtige Daämmerung. Der Himmel hellt sich auf. Vereinzelte Sterne, die mehr und mehr erblassen.

Dunstschwaden lagern auf dem violetten Meer. Der Horizont im Nebel.

Das Schiffsvolk steht und liegt umher, trübselig, bleich und abgezehrt. Entbehrungen aller Art haben sie offenbar herunter gebracht. Ein paar Verwundete sind notdürftig mit Lumpen verbunden.

Der Eindruck von dem trostlosen Zustand an Deck, den diese szenischen Bemerkungen des Dichters enthüllen, wird er- heblich verstärkt durch das, was wir alsbald erleben. Zwei von der Schiffsmannschaft sind gerade beschäftigt, einen Kameraden, der dem Fieber erlegen, über Bord zu werfen. Andere, die unter ihren Wunden seufzen, scheinen den Toten zu beneiden. Aber Seuche und Piratenangriffe sind nicht das schlimmste: Die Lebens- mittel drohen auszugehen, man hungert und dürstet. Verzweiflung scheint sich aller bemächtigen zu wollen: Da blitzt der Gedanke an sie auf sie, der man zusteuert, sie, die ferne Prinzessin von wunderbarer Schönheit, von der die ganze Christenheit redet, von deren Augen sogar der Schiffsjunge träumt, sie um derentwillen man duldet und leidet und harrt und hofft.

Aber wird man sie erreichen? Wird der, dem die Schiffer dienen, sie noch schauen, der edle Prinz und Sänger Joffroy