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Weiſe der Ausbildung, die Wege, die ſie zur Erkenntnis der chriſtlichen Wahrheit geführt, Zeit und Ver⸗ hältniſſe, unter denen ſie gewirkt, Mittel und Erfolge ihrer Wirkſamkeit, ihre religiöſen Anſchauungen und Lehren, z. B. bei den Vorläufern der Reformation und den Reformatoren(John Wiclif und Zwingli; Savonarola und Luther(Gerechtigkeit durch den Glauben)..
Damit hängt zuſammen die Gruppierung ſolcher Männer, die innerhalb der Kirchegleicheoderähnliche Beſtreb⸗ ungen verfolgen, z. B. der apoſtoliſchen und der ſpäteren Väter, der Vorreformatoren und Myſtiker, Reforma⸗ toren und Humaniſten, katholiſcher Männer der neueren Zeit mit ihren Bemühungen, die katholiſche Kirche ſelbſt in ihren ſämtlichen Lebensäußerungen zu reformieren.
Die obige Darlegung führt zu der weiteren Erwägung, ob es nicht ratſam erſcheint, diejenigen Stoffe, welche ſich in ihrer Geſamtentwicklung auf mehrere oder alle Perioden verteilen, zuſammenzu⸗ faſſen und als ein Geſamtbild vorzuführen, und gewiß hat dieſer Gedanke etwas ſehr Anziehendes und Verlockendes. Seine Ausführung iſt dann ſehr ratſam und methodiſch richtig, wenn man den kirchenge⸗ ſchichtlichen Stoff auf ein Unterrichtsjahr, wie dies an vielen Anſtalten der Fall iſt, zuſammendrängt. Mit Rückſicht auf den Umſtand aber, daß wir uns in den nachfolgenden Beſprechungen unter II. aus didaktiſchen Gründen für die Verteilung des ganzen Stoffes auf einen vierjährigen Curſus entſcheiden, müſſen wir von der Ausführung desſelben abſehen und die chronologiſche Entwicklung einhalten.
Indeſſen möchten wir eine derartige Gruppierung des Stoffes nicht völlig entbehren und ſchlagen als Erſatz Folgendes vor. Iſt etwa in der Prima die Behandlung irgend eines Gegenſtandes zum Abſchluſſe gekommen, oder ſoll in dieſer Claſſe ſeine Beſprechung zu Ende geführt werden, ſo empfiehlt es ſich, den ganzen Stoff nochmals kurz zu überſehen und auf dieſe Weiſe dem Schüler einen, wenn auch nur gedrängten, Ueberblick zu ermöglichen. Wir denken z. B. an die Verfaſſung, das Mönchsweſen, an die allmähliche Entwicklung des Papſttums bis zu ihrem Abſchluſſe im Jahre 1870, an das für die Aus⸗ breitung der Reformation und für die Schaffung und Belebung chriſtlich⸗religiöſer Geſinnung wichtige Kirchenlied, das Wichtigſte über den kirchlichen Bauſtil, ſeine Anknüpfung an die Baſilika, Entwicklung und Vollendung in der Gothik. Wenn irgend Zeit gefunden werden kann, möge dieſe letzte Materie nicht übergangen werden. Gerade das Eigentümliche des Stoffes gegenüber dem rein religiöſen Moment wird Intereſſe wecken und braucht des religiöſen Momentes keineswegs zu entbehren. Welche Gedanken liegen z. B. nahe bei dem Hinweis auf die Entſtehung der Kreuzesform der chriſtlichen Kirche und die himmelanſtrebende Struktur des gothiſchen Baues?
Der kirchengeſchichtliche Unterrichtsſtoff darf nicht losgelöſt und unabhängig von der Materie des anderweitigen Religionsunterrichtes behandelt werden. Wie die auf dem Grunde der Schrift erwachſenen Glaubenslehren als einzelne Teile der kirchengeſchichtlichen Entwicklung erſcheinen, wie die Lektüre oft genug Veranlaſſung bietet, kirchengeſchichtliche Stoffe und Perſönlichkeiten zur Illuſtration heranzuziehen, ſo ver⸗ langt umgekehrt der kirchengeſchichtliche Unterricht, in ſtete Beziehung zu treten mit den übrigen Disciplinen des Religionsunterrichtes, vornehmlich aber mit dem Grunde alles chriſtlichen Denkens, Fühlens und Handelns, mit der heiligen Schrift. Der aufmerkſame Religionslehrer wird auf Schritt und Tritt die geiſtigen Fäden wahrnehmen, die von der Entwicklung der chriſtlichen Kirche zurückleiten auf die in der heiligen Schrift uns berichteten Geſtaltungen chriſtlichen Lebens und chriſtlicher Einrichtungen, ſowie auf die dort mitgeteilten Lehren. Wie er ſuchen wird, die einzelnen Disciplinen ſeines Unterrichtes in ſtete lebendige Wechſelbeziehung treten zu laſſen und ſo dem Schüler klarzulegen, wie eben dieſe einzelnen Teile gleichſam nur Aeſte aus einem Stamme, Gebilde aus einer Wurzel ſind, ſo wird ſich ihm die Notwendig⸗ keit häufiger Vergleichungen der kirchengeſchichtlichen Stoffe mit der heiligen Schrift ergeben. Es liegt darin für den Lehrer zugleich wieder eine Anregung, wie für den Schüler die Möglichkeit einer raſcheren Orientierung..
Wie iſt nun aber dieſe häufige Bezugnahme auf die Schrift zu denken? Seien es hervorragende Perſön⸗
lichkeiten, die der Lehrer zu charakteriſieren hat, ſeien es Gebräuche, Einrichtungen, Unternehmungen und wichtige Ereigniſſe, ſo die Miſſion, die Organiſation der Kirche, Verfolgungen, lehrhafte Auseinanderſetzungen,


