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Auch im Mittelalter begegnen wir ſehr ſchwankenden Begriffen über das Weſen der Elemente. So ſollen nach Geber, im 8. Jahrhundert, alle Metalle aus Queckſilber und Schwefel beſtehen. Die ſtoffliche Verſchiedenheit der Metalle werde bedingt durch verſchiedenes Mengenver⸗ hältnis, verſchiedene Reinheit und Farbe der Beſtandteile. Dieſe ſind jedoch dem darſtellbaren Queckſilber und Schwefel nicht gleich, überhaupt im iſolierten Zuſtand nicht darzuſtellen. Der Schwefel, als Typus eines brennbaren Körpers, vielleicht auch infolge der Erfahrung, daß man in vielen den Metallen ſehr ähnlichen Erzen den Gehalt von Schwefel beim Röſten ſchon durch den Geruch erkannte, iſt die Urſache der Veränderlichkeit der Metalle durch die Wärme; Queckſilber gilt als der Träger der phyſikaliſchen Eigenſchaften.
Später erkannte man in den Metallen einen erdigen Beſtandteil, die Aſchen als Grund⸗ ſtoffe an. Dieſe kann man dem iſolierten Zuſtand näher bringen, wenn man die Metalle verkalkt und die brennbaren Beſtandteile fortſchafft. Aber in allen Metallkalken nahm man noch immer ein einziges Element an, obgleich dieſe Kalke verſchieden ſind. Man betrachtete ſie alle als Verunreini⸗ gungen eines einzigen Elementes. Als Elemente galten alſo hypothetiſche Grundſtoffe, von denen jeder als das Prinzip irgend einer allgemeiner vorkommenden und beſonders hervorſtechenden Eigenſchaft angeſehen wurde..
Zugleich herrſchte die Anſicht, daß bei den Stoffumwandlungen die neuen Stoffe gleichſam neu geſchaffen wirden, die vorher ganz und gar nicht vorhanden geweſen, während die ver⸗ wandelten Stoffe mit ihren Eigenſchaften vollſtändig verſchwunden wären. So verwandle ſich Eiſen in einer blauen Vitriollöſung in Kupfer; zugleich ein Beweis für die alchemiſtiſche Anſicht der Um⸗ wandlung unedler Metalle in edle. Solange ſolche Anſichten herrſchten, mußte der Begriff Element nur verſchwommen bleiben und konnte nicht klar gefaßt werden.
Erſt van Helmont wies darauf hin, daß beim Ausſcheiden von Kupfer bei obigem Verſuch keine Neuſchaffung ſattfände, ſondern daß dieſes Kupfer ſchon vorher vorhanden geweſen ſei. Die blaue Löſung laſſe ſich ja leicht durch Auflöſen von Kupfer in einer Säure darſtellen. Wenn man Kieſelerde mit Kali zu Glas ſchmelze, ſo könne aus der wäßrigen Löſung desſelben durch Säuren die Kieſelerde genau ihrem urſprünglichen Gewicht nach wieder gefällt werden. Trotz dieſer klaren Anſichten blieb van Helmont Anhänger der Goldmacherkunſt. Seine Anſichten fielen auf un⸗ fruchtbaren Boden.
Erſt allmählich, beſonders durch Boyle, bricht die Anſicht durch, daß der Chemiker als Elemente nur ſolche Stoffe betrachten dürfe, welche darſtellbar ſeien und durch chemiſche Mittel nicht mehr in andere zerlegt werden könnten.
Nachdem ſo von Boyle der Begriff Element˖feſtgelegt mer, wie er noch heute gilt, wollen wir kurz angeben, welche Stoffe als Elemente angeſehen wurden.
Den unklaren Begriffen der Alten entſprechend, lehrten griechiſche Philoſophen das Waſſer oder die Luft oder das Feuer als Urſtoff aller Dinge. Dieſe Lehren wurden verdrängt durch die ariſtoteliſche, die auch im ganzen Mittelalter Anhänger fand.— Der Anſicht von Geber fügte Parazelſus noch hinzu, daß alle Körper aus Queckſilber, Schwefel und Salz beſtünden.— Van Helmont wandte ſich gegen die Anſicht, daß Feuer und Erde Elemente ſeien. Wohl aber wären Waſſer und Luft Grundſtoffe. Auch Boyle bekämpft die Annahme, daß die bis dahin für Elemente
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