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Der mir knapp zugemeſſene Raum geſtattet nur einige Bruchſtücke von dem wiederzugeben, was ich demnächſt abgeſchloſſen im Druck veröffentlichen werde. Im Intereſſe der Sache wäre es mir ſehr erwünſcht, die Anſichten der Fachkollegen, in deren Hände dieſe kleine Schrift fällt, kennen zu lernen. Für jeden Wink werde ich dankbar ſein, zumal ich meinen„Leitfaden der unorganiſchen Chemie“ nach den in dieſer Abhandlung ausgeführten Ideen weiter ausarbeiten will. Der Zweck der vorliegenden Arbeit iſt erreicht, wenn der eine oder andere Kollege die Anregung erhält, ſich mit dem in Rede ſtehenden Gegenſtand zu beſchäftigen. Ich bin feſt überzeugt, daß die entwickelnde Schulmethode mit der geſchichtlichen Entwicklung abrechnen muß.
Die meiſte Förderung verdanke ich, außer der oben angeführten Litteratur, dem klaſſiſchen Werk von Kopp, Geſchichte der Chemie, 4 Bde, Vieweg. Dieſes einzige, auf Orginalunterſuchungen zurückgehende Werk über die Geſchichte der Chemie iſt im Jahr 1843 zum erſten und— letzten Mal
erſchienen. Man kann die Intereſſeloſigkeit für die geſchichtliche Entwicklung nicht beſſer illuſtrieren als durch die Thatſache, daß der erſte Band dieſes Werkes im Buchhandel vergriffen iſt, und daß bis jetzt kein Bedürfnis nach einer neuen Auflage vorhanden iſt.
Im Jahre 1889 erſchien eine recht brauchbare, 466 Seiten große„Geſchichte der Chemie“ von E. v. Mayer. Der 124 Seiten enthaltende„Kurze Abriß der Geſchichte der Chemie“ von Siebert, 1886, geſtattet einen raſchen Überblick für die erſte Orientierung.
Während Mayer und Siebert das ganze Gebiet der Chemie gleichzeitig behandeln, gibt Kopp, nach einer pragmatiſchen Darſtellung des Geſammtgebiets im 1. Band, die geſchichtliche Ent⸗ wicklung der einzelnen chemiſchen Lehren getrennt. Er entwickelt alſo z. B. folgende Zweige für ſich: Geſchichte der Elemente, Geſch. der gasförmigen Körper, Geſch. der chem. Anziehung, Geſch. der Verbrennung, Geſch. der analytiſchen Chemie, Alchemie, Geſch. der einzelnen Verbindungen, u. ſ. w.
Kopps Darſtellungsweiſe iſt beſonders für die Verwertung des geſchichtlichen Elements im Unterricht die einzig richtige, deshalb ſein Werk ganz beſonders empfehlenswert.
II. Die Verbrennungslehre in ihrer geſchichtlichen Entwicklung.
Was wäre heutzutage der Menſch ohne die wohlthätige Macht des Feuers? Man kann mit Recht behaupten, daß der Anfang der Kultur überhaupt erſt in den Zeiten zu ſuchen iſt, wo dem Menſchen in dem gewaltigen Elemente ein Bundesgenoſſe erwuchs. Müſſen deshalb die Fragen, wie erhalten wir Feuer, was geſchieht mit dem verbrennenden Körper, was iſt das Weſen des Feuers, nicht unſer höchſtes Intereſſe erregen?
Seit Jahrtauſenden beobachtet und verwendet die Menſchheit das Feuer, und doch ſind es kaum 100 Jahre, daß auf obige Fragen die richtige Antwort gegeben werden konnte. Sehen wir uns den Verlauf dieſer Erkenntnis kurz an.
Die Griechen und Römer verließen ſich auf Augenſchein und Spekulation. Sie ſahen, daß die für gewöhnlich in Betracht kommenden brennbaren Stoffe, wie Kohle, Holz, unter Feuerabgabe ſich in Aſche verwandeln. Die Ver brennung iſt alſo eine Zerſtörung, eine Zer⸗


