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und etwas eingeschränkt auf den Realgymnasien das Lateinische nach wie vor gründlich betrieben werden. Der innere Zusammenhang mit der Antike ist dadurch zu er-— halten, denn wir müssen immer bedenken, daß uns nun einmal das Christentum und jede hôõhere Kultur im römischen Gewande zugeführt ist. Ob freilich Cicero in Zukunft noch dieselbe große Rolle in unseren Gymnasien zu spielen berufen ist, die viele ihm zuschreiben, dürfte billig zu bezweifeln sein.
So schließen sich an die zentralen ethischen Fächer auf der einen Seite die mathematischen und naturwissen- schaftlichen und auf der anderen Seite die fremdsprachlichen an. Daß zur Förderung der Freude an der Kunst Singen und Zeichnen, sowie das Turnen sorgfältig zu pflegen ist, ist selbstverständlich. Dabei haben diese Lehrgegenstände auch noch andere wichtige Aufgaben. Durch den Gesang vermag man die Vaterlandsliebe zu stärken und die Stimmung zu steigern. Wen hat es nicht in innerster Seele ergriffen, als die oberste Heeresleitung bekannt gab, daß eine große Schar von Kriegsfreiwilligen mit kräftigem Gesang des Liedes„Deutschland über Alles!“ gegen die Tod und Verderben speienden feindlichen Feuer- linien anstürmte und sie zur Flucht zwang? Wie nichtig ist es, daß man das Bild einer Gegend schnell auf dem Papier entwerfen kann, daß man überhaupt durch den Zeichenunterricht gut und genau sehen gelernt hat! UÜber die Notwendigkeit einer strammen turnerischen Aus- bildung endlich ist kein Wort zu verlieren, besonders wenn damit auch praktische hygienische Belehrungen verbunden werden, die theoretisch im naturwissenschaftlichen Unter- richt zu behandeln sind.
UÜbertriebene Anderungen, wie sie hier und da ge- fordert werden, lehnen wir ab, denn wir sehen ja an den Leistungen unserer Führer und unserer Kriegsfreiwilligen, daß die Grundlage gut ist. Aber wie der Inhalt, so


