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ermöglicht, den empfänglichen Gemütern der Jugend klar zu machen. Ferner hat sie auch auf staatswissenschaftliche, soziale und wirtschaftliche Stoffe weit mehr einzugehen als früher. Auch dadurch wird der Jüngling lernen, daß der Deutsche auf einer viel höheren Kulturstufe steht als jeder andere Staatsangehörige, daß man im deutschen Reiche in jeder Hinsicht sicherer und freier lebt als in den so vielfach fälschlicher Weise als frei ausgegebenen Ländern.
Hieran schließt sich am besten die Erdkunde an, die ja heute eigentlich das zentralste Fach ist wegen ihrer innigen Berührung mit den geschichtlichen wie mit den naturwissen- schaftlichen Lehrstoffen. Ein Gefühl des Bedauerns muß den ankommen, sagt mit Recht Friedrich Neubauer in einer Schrift vom Jahre 1908, der die jammervolle Lage der Geographie auf den hõheren Lehranstalten mit der Be— deutung vergleicht, die dieser Lehrgegenstand hat: eine Wissenschaft, die von jeher hohen didaktischen Wert be-— satß, Weil sie wie kaum eine andere die verschiedensten Wissensgebiete mit einander in Beziehung setzt und die ursächliche Verknüpfung erkennen lehrt; eine Wissenschaft, die heute den höchsten praktischen Wert gewonnen hat, seit die Fäden unseres Handels und unserer Politik sich über den Erdball ausdehnen! Kein geringerer als Herder hat, soviel ich sehe, der Erdkunde die neuen Bahnen und die neue Stellung vorgezeichnet, und es ist bedauerlich, daß diese Großtat Herders noch nicht klargelegt ist, und daß überhaupt seine Wirksamkeit viel zu wenig auf unseren Schulen gewürdigt wird. Dieser Lehrstoff bedarf unbedingt einer Verstärkung, da allein die Oberrealschule ihm eine Stunde in den obersten Klassen widmet, während er am Gymnasium wie am Realgymnasium nur ein Diener der Geschichte ist. Unser Krieg zwingt dazu, daß Völkerkunde getrieben wird, nicht nur damit wir etwas Genaueres über die Bundesgenossen unserer„edlen“ Feinde, die Turkos, Spahis, Senegalesen, Hindus, Gurkhas, Kalmücken usw. usw.


