Aufsatz 
Lehren des Weltkrieges für die höheren Lehranstalten / von Karl Knabe
Entstehung
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und wissenschaftlichen Inhalts. Wer lernt Schriften von E. M. Arndt, von Treitschke, Ranke, von Wundt, Paulsen, von Bismarck, Moltke, um nur einige wertvolle Namen zu nennen, in der Schule kennen? Auch Grammatik und Stillehre darf nicht vernachlâssigt werden, auf Sauberkeit und Richtigkeit unserer Sprache, natürlich auch auf Rein- heit von überflüssigen Fremdwörtern, muß viel mehr ge- achtet werden als bisher. Über die Umwandlung und Vertiefung des deutschen Stils hat schon Friedr. Nietzsche in seinen Vorträgenüber die Zukunft unserer Bildungs- anstalten, die er 1872 in Basel gehalten hat, gewichtige Worte gesprochen. Er verlangt eine Bildung des deutschen Stils im Leben, Erkennen, Schaffen, Reden usw. Als Bildungsziel stellt er das bedeutend erhobene Schillersche auf: Erziehung durch die Kunst, aus dem germanischen Wesen abgeleitet. Dazu kommen noch andere Aufgaben: Neben der Erziehung zum richtigen Genuß der redenden und bildenden Kunst steht noch die Erweckung und Pflege des geschichtlichen Sinnes, wozu auch gute UÜbersetzungen aus den alten Sprachen dienen. Das deutsche Lesebuch muß neben Dichtungen auch prosaische Stücke aus den wichtigsten Wissensgebieten enthalten und muß deshalb auch in den anderen als den deutschen Stunden benutzt werden, z. B. in den erd- und naturkundlichen. Wenn irgend möglich, ist mit dem deutschen Unterricht auch eine Einführung in die philosophischen Grundlagen zu ver- binden. Bei der Lektüre kann man psychologische, ethische und aesthetische Probleme gar nicht vermeiden, an die Aufsatzlehre knüpft sich bequem eine Einführung in die Logik und die Erkenntnislehre an. Etwas weiter habe ich diese Gedanken in der Abhandlungüber den deutschen Unterricht an Realanstalten 1913 ausgeführt. Hoffentlich gelingt dem Germanistenverbande nun, nachdem der ge- waltige Völkerkrieg mit ganz besonderer Schärfe auf die Notwendigkeit der deutschen Kultur gegenüber der heuch-