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vielfach gewesen sind. Kritik ist erforderlich, ohne sie würde ein Fortschritt bald aufhören. Aber sie war in Gefahr, fast nur verneinend zu werden und der Besserungs- vorschläge zu entbehren. Vielfach wurde sie auch geübt auf Grund unzureichender Kenntnis der vorliegenden Sach- lage. Von irgend einer politischen Seite wurden heftige Klagen erhoben, und immer fanden sich dann ehrgeizige Personen, die ohne weitere eingehende Prüfung eine öffent- liche Anklage daraus machten. In Stadt-, Land- und Reichs- Parlamenten haben wir die traurigsten Beispiele davon ge- sehen. Ganz besonders kann auch die höhere Schule ein Lied davon singen, wie ja Alfred Grafs Buch„Schüler-— jahre“ beweist. Gerade hier ist Vorsicht und genaue Prüfung von jedem anständigen Menschen zu verlangen, bevor er auf Grund der Aussagen von Schülern und ihren zärtlichen Müttern oder Vätern Beschuldigungen erhebt. Eine Behandlung der Fälle„Krupp“ und„Zabern“, wie wir sie vor kurzem erlebt haben, darf nicht wieder vor— kommen. Wenn ich auch den englischen Grundsatz:„Recht oder Unrecht— mein Vaterland“ als für uns Deutsche, die wir auf selbständiges Urteilen besonderen Wert legen, nicht durchführbar halte, so ist doch künftig mehr Selbst-— zucht und Rücksicht auf die Wirkung im Auslande er— forderlich. Wer weiß, ob wir uns jetzt in diesem furcht- baren Ringen befinden würden, wenn nicht das Ausland durch alle solche und ähnliche Vorkommnisse zu dem Glauben gekommen wäre, daß Deutschland vor dem Zer-— falle stände? Wurde doch zu Beginn dieses Krieges öfters von Revolutionen u. dergl. in Deutschland gefaselt. Gott sei Dank, daß es ein Aberglaube war, daß alle Deutschen — unbeschadet ihrer sozialen Stellung, ihres Religions-— bekenntnisses, ihrer Parteizugehõrigkeit— einmütig sich um unsern Kaiser geschart haben, um den uns frevelhaft aufgedrungenen Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen!


