Aufsatz 
Lehren des Weltkrieges für die höheren Lehranstalten / von Karl Knabe
Entstehung
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England hat seinen Krieg erreicht. Es hat eine furcht- bare Vereinigung gegen die europaâischen Zentralmächte ermöglicht, es hat durch grobe Verletzung der Rechte der neutralen Mächte seinen Gegnern die Zufuhr von wichtigen Lebensbedürfnissen vôllig unterbunden. Wird es aber seinen Zweck erreichen, wird es Deutschland aufs Knie bringen? Ganz Deutschland antwortet laut und fest:Nein. Gott strafe England!, das in den franzõsischen Schützen- gräben geprägte Wort, findet in allen deutschen Gauen ein- helligen Widerhall.

Und gerade diese wunderbare Einmütigkeit ganz Deutschlands gibt uns die sichere Gewähr für einen guten Ausgang der autßserordentlichen Prüfung, die so plötzlich über uns hereingebrochen ist. Wer von uns den Krieg von 1870771 mit erlebt hat und die Begeisterung von da- mals mit derjenigen von heute vergleicht, dem wird der gewaltige Unterschied nicht entgangen sein. Auch bei der diesmaligen Mobilmachung fehlte es nicht etwa an sicherer Siegeszuversicht, auch jetzt sprach sich der gute Mut in derben kräftigen Scherzen aus, aber die ganze Haltung des Volkes war jetzt viel ernster, die Erregung ging weit tiefer, die Begeisterung war viel innerlicher als im Sommer 1870. Zeugnis davon legen ja auch die zahlreichen guten und hervorragenden Kriegslieder und Gedichte ab, die unser jetziger Existenzkampf gezeitigt hat, während doch bekanntlich die Ausbeute an wirklich schönen poetischen Werken aus dem Jahre 1870/71 betrüblich gering ist. Heute ist viel Bleibendes geschaffen, was der deutschen Literatur stets zur Zierde gereichen wird.

Welche Lehren haben wir aber nun aus dem Weltkriege für uns zu ziehen? Erstens müssen wir die wunder bare Einigkeit zu bewahren suchen, die uns die große Gefahr gebracht hat. Es ist sicher, daß nach dem Kriege wieder Parteikämpfe aller Arten auftreten werden, aber sie werden und dürfen nie mehr so gehässig sein, wie sie es