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ästhetische und ethische Betrachtungen mit ihm anstellen zu können. Man wird hier kaum über das beim deutschen Unterricht angegebene Stoffgebiet hinausgehen können und muß die philosophische Propädeutik im wesentlichen auf Logik und Psychologie beschränken. Aber auch die zu— sammenhängende Durchnahme der elementaren Lehren dieser Wissenschaften scheint sich nicht recht bewährt zu haben, wenn sie auch durch noch so zahlreiche Beispiele belebt sindi'). Die systematische Erörterung von Begriff, Urteil, Schluß usw. scheint für die Schüler nicht anregend genug zu sein. Ich habe deshalb einen anderen Versuch unternommen²). Seit einer Reihe von Jahren hat der Primaner im Unterricht und im Leben viel von Beweisen gehört und ist reichlich mit Beweisen beschäftigt worden. Darum glaube ich, müßte es ihm recht interessant sein, zum Schlusse sich nun einmal über das gesamte Wesen des Beweises in allen seinen Arten eine gewisse Klarheit zu verschaffen. Hierbei ist dann willkommene Gelegenheit geboten, an den geeigneten Stellen die Belehrungen über die Grundlagen vorzunehmen. Wenn auch der Primaner bei der ersten Lektüre dieses Büchleins nicht alles verstehen sollte, so hoffe ich doch, ihm dadurch eine Anregung ge-— geben zu haben, sich auf der Hochschule weiter mit solchen Fragen zu beschäftigen. Sehr würde es mich freuen, wenn auf dem Gebiete der Psychologie bald ein âhnliches Werk- chen entstehen mõchte. Nicht unterlassen mõchte ich, auf Rauschsi) größeren Versuch hinzuweisen, der„die in der Erfahrung und im Unterricht gegebenen Begriffe zu einer Gesamtanschauung vereinigen und in ein System bringen“ will und deshalb l. Die Stellung des Menschen zur Welt,
1) Schön und knapp ist hier: Wiese, Kurzer Abriß der L. u, d. Ps. Leipzig 1905.
2) Knabe. Das Beweisverfahren. Eine Einführung in die Logik. Halle 1912.
3) Elemente der Philosophie. Ein Lehrbuch auf Grund der Schulwissenschaften. Halle a. d. S.


