— 23—
2. Natur, 3. Kultur, 4. Bildung ausführlich behandelt. Dies ist allerdings nur dann ausführbar, wenn eine reichlichere Zeit zur Verfügung steht. So liegen also auch auf diesem Gebiete mehrfache Anregungen der verschiedensten Art vor, die namentlich an den Realanstalten ausgeprobt werden mõgen.
Bei dieser Gelegenheit mõchte ich einen Wunsch inbe- treff der neuen Prüfungsordnung für Kandidaten des höheren Lehramts nicht unterdrücken. Dem Vernehmen nach soll die Prüfung in zwei Teile zerlegt werden: eine fachwissen- schaftliche am Ende der Studienzeit und eine pädagogische nach Ablauf der Vorbereitungsjahre. Dieser Plan ist des- halb zu begrüßsen, weil alsdann zu hoffen ist, daß in beiden Prüfungen Tüchtigeres als bisher geleistet wird. Sehr mõchte ich nur wünschen, daß in der ersten Prüfung die Philosophie nicht ganz ausfallen mõge, da das Studium aller Schulwissenschaften doch philosophisch be- gründet sein muß. Wenn auch eine eingehende Prüfung in der pädagogischen Psychologie der zweiten Prüfung vor- behalten sein muß, so darf eine allgemeine philosophische Orientierung für die erste nicht fehlen, da sonst das philo- sophische Studium an den Universitäten zum Schaden unserer höheren Jugendbildung erheblich zurückgehen würde.
Ein voller Strauß von Aufgaben ist es, den der deutsche Unterricht an den Realanstalten zu pflücken hat. Soll er dies aber können und seiner eigentlichen Aufgabe, der Ein— führung in Sprache und Literatur, nur einigermaßsen gerecht werden, so ist zunächst zu fordern, daß nur für dies Fach vorgebildete und begeisterte Lehrer den Unterricht erteilen. Es ist aber auch dringend erwünscht, daß die Stundenzahl erhöht wird, denn auch bei der gewissenhaftesten Aus- nutzung der Zeit scheinen vier Wochenstunden das Mindeste zu sein, was zu verlangen wäre. Dazu ist für die Anstalten in kleineren Orten für die unterste Klasse noch eine Mög- lichkeit zu wünschen, die so überaus verschiedenartig vor-


