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bedeutsamste“. Deshalb sind auch die Lehrziele in allen Schularten ungefähr dieselben. Es darf doch wohl die Frage gestattet sein, ob diese und weitere bereits angedeutete Ziele mit dieser geringen Stundenzahl überhaupt zu erreichen sind. Schon die Lehrpläne sagen:„Die dem deutschen Unterricht gestellte Aufgabe ist schwierig und kann voll nur von Lehrern gelöôst werden, die, gestützt auf tieferes Verständnis unserer Sprache und ihrer Geschichte, getragen von Begeisterung für die Schatze unserer Literatur und von vaterländischem Sinne, die Herzen unserer Jugend für deutsche Sprache, deutsches Volkstum und deutsche Geistes- größe zu erwärmen verstehen“.
3. Zukunftswünsche.
Mit dem deutschen Unterricht an den höheren Schulen ist man vielfach nicht zufrieden. Ganz besonders scharf betont seine Unzulänglichkeit M. Caspar ¹). Er stellt fest, daß von dem gesamten Unterricht der Anteil des Deutschen einschließlich der Geschichtserzählungen in Sexta und Quinta beim Gymnasium 10, beim Realgymnasium 10,7 und bei der Oberrealschule 13% beträgt, während der fremdsprach- liche Unterricht bei diesen Lehranstalten 47,7 bezw. 36,6 bezw. 27,5% ausmacht. Daß bei dieser geringen Stundenzahl in den methodischen Bemerkungen zu den Lehrplänen der Unterricht im Deutschen neben dem in der Religion und Geschichte als der„erziehlich bedeutsamste“ bezeichnet wird, klingt ihm wie Hohn. Er verlangt deshalb in jeder Klasse 5 deutsche Stunden wöchentlich und kommt damit auf 21%. Hierbei ist noch besonders zu betonen, daß keinem Unterrichtsgegenstand ein größerer Raum zugebilligt werden soll. Er verlangt, daß das Deutsche das erste Hauptfach auf den höheren Schulen ist, und daß ihm vor allen anderen Lehrfächern auch die verhältnismäßig größte Unterrichtszeit gewidmet werden muß.„Alle Schulreform
1) Die Reform der höheren Schulen in Preußen. Berlin 1913.


