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zehnten Jahrhunderts neben dem Neuhumanismus, der eine Wiederbelebung der Antike und der Renaissancekultur an-— strebte, eine Strömung herausgebildet, die, von nationalem Geiste getragen, dem deutschen Altertum sich zuwandte. Hierzu kam noch ein lebhaftes philosophisches Interesse.
Selbstverständlich gewannen diese Bewegungen Einfluß auf das höhere Unterrichtswesen. Wie der altsprachliche Lehrplan umgestaltet und vertieft wurde, kann hier nicht ausgeführt werden. Wie sich aber mit den humanistischen Anforderungen die nationalen vereinigten, das lehrt ein Blick auf die Stundenzahl, die nach dem Süvernschen Lehr- plane vom Jahre 1816 dem deutschen Unterricht im Gym-— nasium eingeräumt werden sollte. Sie betrug wöchentlich: in I(3 Jahre) 4, II(2 Jahre) 4, III(2 Jahre) 4, IV(1 Jahr) 4, V(1 Jahr) 6, VI(1 Jahr) 6, im ganzen 44 Stunden. Bald aber wurde der Unterricht in der lateinischen Sprache so erheblich vermehrt, daß die Stundenzahlen in Mathematik und Deutsch auf die Hälfte herabgedrückt wurden; so finden wir im Jahre 1837 folgende Zahlen: in I(2 Jahre) 2, II(2 Jahre) 2, III(2 Jahre) 2, IV(1 Jahr) 2, V(1 Jahr) 4, VI(1 Jahr) 4, im ganzen 22 Stunden und im Jahre 1856 sogar nur: in I(2 Jahre) 3, II(2 Jahre) 2, III(2 Jahre) 2, IV(1 Jahr) 2, V(1 Jahr) 2, VI(1 Jahr) 2, im ganzen 20 Stunden. Die Lehrpläne des Jahres 1882 tigen 1 Stunde in VI hinzu, diejenigen von 92 bringen in I(2 Jahre) 3, II(2 Jahre) 3, III(2 Jahre) 2, IV(1 Jahr) 3, V(1 Jahr) 2, VI(1 Jahr) 3, im ganzen 24 Stunden und die neuesten haben daran festgehalten. Das Realgymnasium hat in seinem ersten Lehrplan(1859) 29 Stunden wöchentlich für Deutsch, ist aber dann dem Gymnasium fast gleich ge-— worden, während das Deutsche in der Oberrealschule von 30(1882) auf 32(1892 und 1901) Wochenstunden gestiegen ist.
Auf die Methodik unsers Unterrichts haben besonders die Arbeiten von Hieke, Hildebrand, Laas, Lyon und R. Lehmann Einfluß gehabt. Es ist nicht erforderlich, auf


