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mit grosser Beute beladen kehrte das Heer nach Mainz zurück. Der Kaiser wollte alle deutschen Stämme bis zum Ocean ausrotten, oder sich unterwerfen. Doch mit dem Beginn des Winters reiste er an die Donau 1¹6s).
Von nun an regieren oft zwei Kaiser; diess gibt auch eine ara dahier kund, die wahrschein- lich in das Jahr 238 fällt.
Um das Jahr 248 war, wie es scheint, Quintus Caecilius Pudens Legat in Obergermanien: er hat in Jaxthausen(in Württemb.) das Bad der I. germanischen Legion erneuert ¹6).
Im Jahre 253 schlug Aurelianus, der nachmalige Kaiser, damals Tribun bei der sechsten gallischen Legion, die Franken, deren Name hier zuerst vorkam, bei Mainz in einem Treffen, so dass er 700 Feinde tödtete und 300 Gefangene als Sclaven öffentlich verkaufte o). Damals sangen dahier die Soldaten:
„Tausend Sarmaten, tausend haben wir einmal und nochmal getödtet; Tausend Perser suchen wir nun“171).
27. Auch der Kaiser Gallienus(260— 268) kämpfte mit den Alemannen, die er 262 bei Mailand schlug, und mit den Franken ¹1²), welche bis nach Tarraco in Spanien verwüstend vorgedrungen waren; doch am Rheine, wie wohl er jenseits Einfälle machte, konnte er sich nur dadurch Ruhe verschaffen, dass er mit einem der deutschen Fürsten ein Bündniss machte, damit dieser die Deutschen vom Uebergang über den Rhein abhielt 173). Aber unter seiner Regierung brach eine solche Verwirrung im ganzen Reiche aus, dass fast in jeder Provinz sich ein Kaiser aufwarf, welche unter dem Namen der 30 Tyrannen bekannt sind. Es war zu erwarten, dass auch am Rhein und in Mainz, wo immer viele Truppen waren, um die Grenzen zu schützen, die Unzufrie- denheit mit dem grausamen Kaiser Gallienus und die Kämpfe mit den Deutschen Veranlassung gaben, eine kaiserliche Regierung einzusetzen. So geschah es auch; allein wir wissen nur wenig von den Personen, die hier auftraten. Das Wahrscheinlichste wird Folgendes sein. Schon der Kaiser Valerianus, des Gallienus Vater(253— 260), hatte den Gaius Marcus Cossianus Latinius Postumus, einen tapfern und würdevollen Gallier, zum dux limitis transrhenani und zum Statt- halter in Gallien ernannt(258); also stand Gallien damals unter dem rheinischen Commandanten, der wahrscheinlich in Mainz(oder in Köln) seinen Sitz hatte. Die Gallier liebten den Postumus besonders, weil er die Deutschen zurückhielt. Auch Gallienus schenkte ihm grosses Vertrauen und übergab ihm seinen Sohn Saloninus, um auf ihn achtzugeben und ihn zu Regierungsgeschäf- ten anzuleiten. Da man hier, wie überall im Reiche, den schlaffen und grausamen Gallienus verachtete, so riefen die Gallier ihren Statthalter Postumus zum Kaiser aus, wobei der kaiserliche
168) Um diese Zeit etwa hat Gaius Furius Sabinus Aquila Temesitheus unter seinen vielen Aemtern auch zweimal in Ober-Germanien gestanden; er war zuerst vice procurator patrimonii provinciae Belgicae et duarum Germaniarum und später bis procurator rationum privatarum per Belgicam et duas Germanias. Henzen 5530.
169) Gefunden in Jaxthausen und im dortigen Schlosse aufgestellt. Stälin, Wirtemb. Gesch. S. 88.
170) Unmittelbar nach dieser Erzühlung gibt der Geschichtschreiber Einiges an, was vielleicht auch in Mainz geschehen ist. So liess er einen Soldaten, der seines Wirthes Frau verführte, an die Gipfel zweier herabgebogenen Bäume binden, und diese zurückschnellen, so dass der Soldat zerrissen wurde. Weiter folgt ein Brief, worin Aurelian seinem Stellvertreter Lehren gibt in Betreff der Aufführung der Soldaten, woraus wir Einiges hier anführen:«Wenn du Tribun sein willst, ja wenn du leben willst, so binde den Soldaten die Hände; Keiner soll ein Huhn rauben, Salz oder Holz mit Gewalt verlangen, sondern Jeder sich mit seiner Mundprovision begnügen. Der Soldat soll sich von der feindlichen Beute, nicht von den Thränen der Provin- zialen bereichern. Die Waffen sollen blank sein. Wer Streit anfängt, soll Prügel bekommen,- etc. Vopis. Aurel. 7.
171) Diese römischen Truppen hatten die Sarmaten(im südlichen Russland), welche in IIlyrien eingsſallan waren, kurz vorher geschlagen, und wollten nun gegen die Parther oder Perser ziehen.
172) Zonaras XII, 24.
173) Zosim. I, 30.


