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andere; sie wurden alle in das Museum gebracht 9*), und mehrere Gelehrte, wie Braun, Lehne, Schaab, erklärten sie gelegentlich 9²). Ebenso im Jahre 1832, als bei den Ausgrabungen im Bischofshof dahier mehrere Altäre und Anderes nebst Resten eines Bades zu Tage gelegt wurden, machte man diess zwar sofort bekannt, aber die Steine wurden nicht für das Museum gewonnen, sondern der Dombaumeister stellte sie in den alten Kapitelsaal des Domes ⁹). Kleinere Alter- thümer, wie Ringe, Töpfe, mit und ohne Inschriften, wurden, wie in früheren Zeiten, nicht be- achtet, nur von Liebhabern ²4) und Händlern gesammelt und veräussert.
15. Mit dem Jahre 1841 mehrten sich die Funde, sowohl hier in der Stadt, wie am Höfchen an zwei nicht fern von einander liegenden Plätzen sieben arae und noch mehr Fragmente und Legionssteine, als auch im castrum und besonders bei Zahlbach, wo über zwölf Grabsteine in den Jahren 1841 bis 1843 entdeckt wurden. Da zugleich der Verein zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Alterthümer dahier in's Leben trat(am 11. Dec. 1841, höhern Ortes genehmigt am 16. Jan. 1844), so nahm sich derselbe der Auffindungen lebhaft an und war nicht nur be- müht, dass die damals gefundenen Steine fast alle dem städtischen Museum überlassen wurden, sondern dass auch die früher an dem Bischofshof und der Eisgrub gefundenen von dem Domcapitel und der Militärbehörde dem Museum übergeben wurden. Und seit der Zeit wird selten eine In- schrift oder sonst bedeutendes Alterthum hier und in der Umgegend entdeckt, welches nicht der Verein durch Geschenk oder Kauf an sich zu bringen weiss. Auch hat er selbst manche Aus- grabungen veranstaltet, Sammlungen von Alterthümern hier und anderwärts durch Kauf erworben und Sorge getragen, dass die gefundenen Inschriften baldigst in seiner Zeitschrift erklärt werden. Doch wir wollen weder eine Geschichte des jetzt 25 Jahre zählenden Vereins geben, noch die Verdienste aufzühlen, die er sich um die Alterthümer in Stadt und Land reichlich erworben hat. Wir wollen nur schliesslich angeben, wie viele Inschriften durch ihn bekannt geworden sind.
Während dieser Zeit hat der Verein über 50 meist vollständige Inschriften und 30 Frag- mente erworben, wobei er nicht hindern konnte, dass wenige über zehn zu Grunde gingen und einige nach Wiesbaden verkauft wurden; diese hundert Steinschriften sind dahier, oder im castrum, oder in Zahlbach gefunden worden. Ebenso hat er fast alle grösseren Denkmäler, die in der Provinz gefunden wurden, acquirirt, sowie er mehrere früher entdeckte aus der Provinz in das Museum verbrachte; auch kaufte er die kostbare Sammlung von Bandel in Worms. Mehrere Steine, wie einige in Bingen gefundene, konnte er nicht gewinnen. Auch aus der Nachbarschaft, wie aus Heddernheim hat er Einiges erlangt, so auch Hepp's Sammlung in Rheinzabern u. s. w.
Endlich hat sich der Verein auch der kleinen Alterthümer angenommen und sie für die hiesige Sammlung zu gewinnen gesucht, und er hat darin Grosses und Schönes geleistet; aber Niemand erwarte, dass ich die vielen und kostbaren Schmucksachen, seltene Waffen, prachtvolle Geräthe, Töpfe mit Verzierungen, mit und ohne Inschriften, welche durch den Verein in das Museum verbracht wurden, nur annähernd angeben kann; sie sind wirklich zahllos. Nur bemerke ich noch, dass auch deren Aufstellung als Muster für andere Museen gelten kann und bereits gegolten hat.
91) Nämlich Lehne 129, 145, 184, 247 und 289.
92) Die Begeisterung einzelner Gelehrten schadete manchmal dem Erwerb. Als im J. 1834 der vorzüglich schöne, noch Farben enthaltende Grabstein eines Reiters bei Dienheim gefunden wurde, waren die Bauern schon bereit, densel- ben hierher zuvergeben. Da aber Prof. Braun ihnen den hohen Werth des Steines erklärte, wollten sie ihn lieber behal- ten, und stellten ihn nicht ohne Kosten in der Nähe der Heerstrasse auf. Im J. 1855 bewog sie der Verein dahier, den, Stein unserm Museum zu überlassen; aber der Stein ist mehrfach beschädigt und die Farben alle verschwunden.
93) Ebenso kamen die Funde, die 1839 auf der Eisgrube gemacht wurden, nicht in das Museum, sondern in das Genie-Directions-Gebäude.
94) Lehne's Sammlung ſ(eigentlich herrührend von der nur kurze Zeit hier existirenden Gesellschaft des sciences et arts 1807) wurde im J. 1837 von der Stadt angekauft.(Das Verzeichniss derselben s. Zeitschr. des Ver. I. S. 504 ff.) Die Sammlung von Witt(t in Mannheim 1864) kaufte im J. 1851 der Verein.


