Aufsatz 
Das römische Mainz
Entstehung
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erst entfernt sein, damit der zweite Band vollendet werde. Achtundzwanzig Jahre, nachdem der grössere Theil desselben gedruckt war, wünschte Mulot, Professor der schönen Wissenschaften, wie es scheint, von Professor Fried. Christ. Matthiä dahier dazu bestimmt, die Vollendung des- selben; da gab Schunk das Manuscript, und die übrigen Seiten wurden bei Buchdrucker Cratz ge- druckt im Jahre 1800. Das zweite und dritte Register verfertigte der Geschichtsforscher J. K. Dahl. Da die Kupferplattenzur Zeit der Mainzer Revolution an einen Juden als altes Kupfer verkauft waren, so wurden die Tafeln theils nach den Abbildungen im Manuscript von Horix, theils nach den noch vorhandenen Denkmälern von Lehne besorgt und von Joh. Lindenschmit gestochen); sie erschienen 1803, doch fehlen auf den neuen Tafeln einige Abbildungen, welche Fuchs im Texte erwähnt. Der dritte und vierte Band, von denen der erstere vollendet war, gingen verloren; denn alles Nachsuchen nach ihnen war bis jetzt umsonst.

Noch schlechter ging es den von Fuchs aufgefundenen Alterthümern. Von seinen eigenen Auffindungen und Ausgrabungen machte er in den zwei Bänden über 60 Inschriften(mit den Fragmenten), 45 laterculi, 25 Töpfernamen und einige Sculpturen ohne Inschriften bekannt. Nur bei zehn Inschriften gibt er an, dass er sie an das kurfürstliche Schloss gestellt habe, wo man wahrscheinlich für sie eine Halle, wie in Mannheim, herrichten wollte ³³); bei allen andern bemerkt er nichts über ihren Aufbewahrungort. Und so sind von Allem, was Fuchs selbst auffand, übrig: zwei Inschriften im Mainzer Museum, ein Fragment plieb in Zahlbach liegen, bis der jetzige Alter- thumsverein es im Jahre 1856 in's Museum verbrachte, sieben kamen in's Museum nach Hessen- Kassel; alles Uebrige ist spurlos verschwunden. Ich kann mir dies nicht erklären. Ich glaube, dass die Steine am Schloss, weil Niemand sich um sie bekümmerte, von Maurern verbraucht wur- den; andere wurden verschleppt, gestohlen, verkauft ⁸4)

Ausser diesen meist im Mainzer Gebiet selbst aufgefundenen oder ausgegrabenen Inschriften hat Fuchs noch aus verschiedenen Handschriften und Mittheilungen etwa 40 Inschriften(darunter manche aus Kastel, Worms, Heddernheim und andern Orten) zum erstenmale mitgetheilt, von denen einige über 100 Jahre früher schon entdeckt waren, wie ich oben schon erwähnte. Endlich hat er an 20 Inschriften aus andern Orten, wie Kastel, Weisenau, Heddernheim, zum erstenmale bekannt gemacht. Also hat Fuchs, wenn wir die kleinen Sachen mit Inschriften dazurechnen, im Ganzen fast 200 Inschriften zum erstenmale veröffentlicht, ein Verdienst, das nicht leicht von einem andern Alterthumsforscher gerühmt werden kann. Dass er auch die früher edirten aufnahm, versteht sich von selbst.

Mit Fuchs' Abgang unterblieb das Aufsuchen von Alterthümern hier über dreissig Jahre, und zwanzig Jahre fand man nichts, und als hernach etwas zufällig entdeckt wurde, so wurde es nicht beachtet, so dass man sogar über das Jahr der Entdeckung einzelner Steine im Zweifel sein kann. So gibt zu neun Grabsteinen aus Zahlbach Bodmann ss) als Fundzeit die Jahre 1794, 1795 und 1801, und Lehne die Jahre 1803, 1804 und 1806 an.

82) Nach handschriftlichen Bemerkungen von Schunk zum II. Bande von Fuchs und nach einem Schreiben Matthiä's an J. F. H. Schlosser, beide in der Bibliothek des bischöflichen Seminariums dahier aufbewahrt. Vergl. auch Külb zu Lehne I., S. 246, und Dahl's Bemerkungen zu Fuchs' I. Band in der Bibl. des Gymnas. dah.

83) Einige laterculi brachte er in's kurfürstliche Archiv.

84) In Appel's Hand-Katalog der Sammlungen in Kassel(1849) werden mehrere Steine mit Inschriften er- wähnt, ohne dass letztere beigefügt sind. Auf briefliches Anfragen schrieb mir Appel im Jahre 1851, duass von den Inschriften, die er beilegt, ihm bis jetzt kein Fundort bekannt sei. Ich erkannte sogleich mehrere Zahl- pacher, die wir längst hier verloren glaubten. Ich veröffentlichte sie in der Zeitschrift für hessische Geschichte (1859 VIII. Kassel). S. 65 ff. Ich glaube, dass die Steine durch Kauf dorthin kamen.

85) In schriftlichen Bemerkungen zu Johannis III.; Schunk a. a. O stimmt mit Bodmann. Die bisherigen Herausgeber sind Lehne gefolgt. Die Auffindungen im Jahre 1795 veranlassten eine Aufforderung der hiesigen

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