Aufsatz 
Das römische Mainz
Entstehung
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Friedhofe entdeckt wurde 1s), ist noch erhalten und steht im Museum(Nro. 297). Als aber im Jahre 1759 ebendaselbst sechszehn Särge, etliche mit Inschriften, ausgegraben wurden, verkaufte sie der Bauer nach allen Seiten, und so ist keiner hier erhalten; von vieren gibt die Inschrift Fuchs 7). Einer ist im Museum von Hessen-Kassel.

Einige Jahre, ehe Fuchs seine grossartigen Auffindungen begann, wurden viele Steine nach Mannheim verbracht. Es kamen nämlich im Auftrage der Pfälzer Gesellschaft zu Mannheim im Herbste des Jahres 1764 die Gelehrten Andr. Lamey und Christoph Jakob Kremer, wie an andere Orte, so auch nach Mainz und fanden hier zwar nicht die Inschriften, die sie aus Huttich, Hiegell und Andern kannten, wohl aber später gefundene, ihnen nicht bekannte, weil noch nicht veröffentlichte. Diese Denkmäler wurden, wie sie berichten,durch die ganz einzige Freigebigkeit des Kurfürsten, des grossen Patrons der Pfälzer Musen, und durch die Bemühung des Grafen von Wartensleben dem Mannheimer Museum übermachtso).

13. Endlich begann für die Mainzer Inschriften eine neue Aera. Kurfürst Emmerich Joseph, welcher bald darauf die hiesigen Schulen reformirte, mochte wohl einsehen, oder von Andern belehrt worden sein, wie es sich nicht passe, solche alte Denkmäler nach Aussen zu verschenken, wie es vielmehr ehrenwerth und Pflicht sei, nicht nur die vorhandenen zu behalten und zu sam- meln, sondern auch Ausgrabungen zu veranstalten, um die verborgenen Schätze zu heben; und so gab er ein paar Jahre, nachdem er die Steine nach Mannheim verschenkt hatte, im Jahre 1769 dem gelehrten Benedictiner-Mönch Joseph Fuchs in Seligenstadt(geb. 1732 in Mainz) den Auf- trag, wie eine Geschichte vom alten Mainz zu schreiben, so auch die Alterthümer in und um Mainz aufzusuchen; und die Staatskasse bestritt alle Kosten. Vier Jahre sammelte und grub Fuchs, spürte überall frühere Inschriften auf, rettete viele aus der Verborgenheit und erwarb sich um die Mainzer Inschriften solche Verdienste, die nicht leicht anderwärts gefunden werden. Der Fehler war nur, dass man kein Local für die Funde festsetzte; und so ist von den vielen Steinen und Alterthümern, die er auffand, wenig übrig geblieben.

Fuchs, der den ersten Band seiner Geschichte von Mainz in deutscher Sprache im Jahre 1771, in lateinischer im Jahre 1772 veröffentlicht hatte), unterliess, wie es scheint, nun die Aus- grabungen und beschäftigte sich mit der Abfassung und Herausgabe des zweiten Bandes; dieser wurde schon im Jahre 1773 angefangen, wie das Titelblatt zeigt, und war gedruckt bis zu Seite 382, also ging der Druck sehr langsam voran als Kurfürst Emmerich Joseph am 11. Juni 1774 starb. Da sogleich des Kurfürsten Grosshofmeister, Friedrich K. von Groschlag, dessen grosse Bibliothek unserm Fuchs stets offen stand, und andere Männer entlassen wurden, so stellte man den weitern Druck des II. Bandes einals nichtswerthes Geschreibsel, und da Fuchs bald darauf wegen einer anonymen Schrift in Untersuchung kam und in sein Kloster ver- wiesen wurde, wo er am 19. Juli 1782 starb: so blieb der zweite Band unvollendet liegen. Das Manuscript des übrigen Theiles war in die Hände des Reichsreferendar Horix(geb. 1730 zu Mainz) gekommen und durch diesen an den gelehrten Joseph Schunk. Die kurfürstliche Regierung musste

78) Im vorigen Jahrhundert stand er im Ingelheimer Garten vor dem Münsterthore.

79) Als um jene Zeit neun Grabsteine in Kastel in der Nähe der alten Georgkapelle gefunden wurden, sind einige in die Fundamente der dortigen Pfarrkirche und des Rathhauses vermauert worden; die anderen hat ein Secretär L..... angekauft und 1761 und 1762 nach Holland geschickt; F. II. S. 171. Anderes über Kastel und umliegende Orte übergehen wir.

80) Acta Palat. I. p. 27. Eine ziemliche Anzahl von aris etc. hat der vorige Churfürst von Mainz dem Churfürsten(von der Pfalz) geschenkt und sie mit einem Schiffe hierher gesandt. Gereken, Reisen, III. S. 176. Im Ganzen sind noch in Mannheim zwanzig Mainzer Denkmäler, von denen zwei keine Inschriften haben.

81) Also hat Schaab, Mainz. Gesch. I. S. XX, Unrecht, wenn er meint, die lateinische Ausgabe sei vor der deutschen erschienen.