Aufsatz 
Das römische Mainz
Entstehung
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Hiegell, zu, wie die Franzosen im Jahre 1688 das(unächte) Denkmal des Drusus am Bocksthor zerschlugen. Derselbe veröffentlichte von den damals gefundenen Inschriſten im Jahre 1697 zwei zum erstenmale, eine andere wurde erst von Fuchs im Jahre 1771 bekannt gemacht, sowie dieser auch erst drei im Jahre 1675 entdeckte Inschriften aus den Schriften von Gamans herholte).

Die erste Hälfte des folgenden Jahrhunderts trug auch keine Sorge für die Mainzer In- schriften. Bei den Festungsbauten 1714 wurden viele Alterthümer gefunden; acht mit Inschrif- ten kamen nach Wien, wo sie vielleicht noch sind?); sie veröffentlichte Karl Heräus ininscrip- tiones et symbol. etc. 1721; zwei andere Johannis im III. Bande derhist. Mog. 1727. Andere, welche an der Citadelle und der Eisgrube gefunden waren, wurden vom Kurfürsten Lothar Franz (also vor 1729) an Haurisius, Professor in Heidelberg, geschenkt; dieser nahm sie in seinehist. roman.(1743) auf. 1⁴)

Es verlief damals, wie auch jetzt, selten ein Jahr, in welchem nicht Inschriften entdeckt wurden; wir wollen Einiges ausheben. Als im Jahre 1792 in der Nähe vom Neuthor viele römische Steine entdeckt wurden, legte man achtzehn in den Boden des Grabens, wo sie im Jahre 1754 in dem Fundament verbraucht wurden(ohne dass Jemand sie abgeschrieben zu haben scheint); eine ara und einen grossen Kopf setzte man in die Mauern ein, wo ich sie 1847 entdeckte und in das Museum verbrachte ⁷5).

Als im Jahre 1731 der Weg nach Zahlbach angelegt wurde, fand man Inschriften, welche Fuchs' Vater, Artillerie-Hauptmann dahier, abschrieb; sie kamen im Jahre 1766 nach Mannheim (ausser einem dürftigen Fragment). Vier der Inschriften, die im folgenden Jahre an verschiede- nen Plätzen gefunden wurden, standen bis 1767, wo sie nach Mannheim kamen, vor dem Garten des Gouverneurs auf der Citadelle; die andern, darunter 2 3 Särge, sind nicht erhalten. Einen Sarg, der im nächsten Jahre im Bienengarten gefunden wurde, schenkte General v. Welsch, der übrigens selbst die Alterthümer abzeichnete, der benachbarten Karthaus, wo er in einem harten Winter zersprang. Sie wurden zuerst von Fuchs(1771) veröffentlicht 76).

Muratori's thesaurus(1739) führt mehrere Inschriften aus Mainz an, von denen einige theil- weise schon zweihundert Jahre früher dahier aufgefunden, aber noch nicht bekannt gemacht waren!).

In den nächstfolgenden Jahren wurden viele Särge ausgegraben, aber es ging ihnen nicht besser. Zwar der Sarg, der im Jahre 1744 zwischen dem Kloster Dahlheim und dem jetzigen

72) Am Ende des 17. Jahrhunderts gab es mehrere Alterthumssammlungen bei Privaten dahier; so bei Stadtcommandant J. K. v. Thüngen(der für eine bei Mainz gefundene Erzmünze des Kaisers Otto 400 fl. bezahlte); so bei Decan v. Greiffenklau; so bei Scholaster v. Eltz.

73) Wenigstens schrieb der 1863 verstorbene Jos. v. Arneth mir im Jahre 1849: zes wäre nicht unmög- lich, dass diese Mainzer Steine noch irgendwo in Wien erhalten seien.-

74) Zwei derselben sind verloren(Z. 35 und 59); einer(E. 311) kam in Besitz des Münzsammlers Ochs in Frankfurt, und ist noch daselbst, Fahrgasse Nr 16, eingemauert. Haurisius scheint einen Handel mit Mainzer Alterthümern getrieben zu haben. So vertauschte er mehrere am Jacobsberg nicht fern vom Eichelstein gefun- dene Alterthümer, darunter eine sehr schöne Urne mit Figuren(deren Abbildungen er gibt) an einen englischen Ritter Pountain gegen sehr viele Münzen(vgl. dessen hist. rom. II. S. 189). In diesem Werke findet man auch zwei kleine Inschriften von hier, die bisher den Sammlern der Mainzer Inschriften entgangen sind und daher hier nachgetragen werden Ein Ring, im Mainzer Feld gefunden, mit der Inschrift V4A. T. F., was Haurisius mit Valerius Titi filius erklärt; ich denko, es heisst vale. Ein Schüsselchen von den erwähnten Gegenständen mit 00S. RVyP., wahrscheinlich der Töpferstempel. Hist. rom. I. 179 und II. S. 189 mit Abb.

75) Vergl. Zeitsch. I. 88.

76() Fuchs, I. 218, führt noch 2 metrische Inschriften auf, die eine angeblich im nämlichen Jahre am Hauptstein und die andere 1732 in der Philippsschanze gefunden, beide auf absichtlicher Täuschung beruhend. und ich wundere mich nur, dass Fuchs dies nicht merkte.

77) Zwei standen schon bei Heräus; keine ist erhalten. Fuchs kennt Muratori's Inschriften nicht.