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Diese Mainzer Inschriften von Huttich nahm Peter Apianus(Bienenwitz) im Jahre 1534 in sein Werk, inscriptiones sacrosanctae etc., p. CO0CCLXV bis CCCCLXXXIV(Ingolstadt Fol.), auf mit manchen Veränderungen, namentlich in den Zeilenabtheilungen und mit willkürlicher Aus- füllung der Lücken, so dass ich nicht Zumpt beistimmen kann, dass er quidquid sibi invenire vide- retur cum fide expressit 6⁶). 3
12. Wenn aber die hiesigen Inschriften im Anfange dieses Jahrhunderts sich einiger Aufmerk-
samkeit erfreuten, so kann dies für die nächste Zeit nicht gesagt werden. Denn wenn gleich berichtet wird,„dass um das Jahr 1600 noch 1000 schöne Stücke der Alterthümer vor aller Men- schen Augen stunden“(worunter doch meist Inschriften verstanden werden mäüssen), so vergingen doch fast 100 Jahre, ehe eine neue Mainzer Inschrift wieder bekannt wurde. 80 hat der Jesuit Nik. Serarius, der im Jahre 1604 dahier de rebus Moguntinis libr. quinque edirte, der römischen Inschriften nicht gedacht 6:?). Doch haben sich um diese Zeit manche Mainzer um dieselben be- kümmert.. So der Jesuit Peter Gamans(gest. dahier um 1670), welcher an den Jesuiten Alexander Wiltheim in Luxemburg die Inschriften dreier Altäre schickte, die erst im Jahre 1842 bekannt wurden, als Wiltheim's Werk„Luciliburgensia“ in Luxemburg veröffentlicht wurde. So Heinrich Engels, Dechant zu St. Peter und Gangolf(gest. 1674), dessen Manuscript Fuchs benützt hat s). So endlich Jakob Kamp, Protonotarius dahier 6⁹), welcher Inschriften sammelte und sie dem Heidel- berger Professor Marquard Freher mittheilte, durch den sie an Gruter kamen, welcher sie zum erstenmale edirte(1616). Sie sind nicht mehr vorhanden.
Um dieselbe Zeit wurden durch die Festungsbauten, welche der Schwedenkönig Gustav Adolph an der Gustavsburg und oberhalb der Anlage vornehmen liess, drei Inschriften dahier im Bieuen- garten und vier dort entdeckt, welche theils vom Dichter Opitz, der damals hier war, in den variae lectiones(1637), theils von Merian in der topograph. arch. Mog. ete.(1646) zuerst veröffentlicht wurden; von diesen sieben Inschriften sind zwei in Mannheim, die andern verloren. Wiewohl da- mals manche Aaffindungen geschahen und manche Männer Abschriften nahmen, war doch keine Sorge für ihre Erhaltung, daher klagt Fuchs, dass die 1000 Stücke, die im Jahr 1600 vor Aller Augen standen, in den folgenden Jahren 1632, 33, 35, 82, 88— 90, 1714, 15, 22, 31, 34 u. s. w. ruinirt oder weggeführt worden seien*), ohne dass er über alle einzelne Fälle Näheres angibt, wie auch wir dies nicht überall vermögen, es auch hier zu weit führen würde. So wurde ein Grabstein im Jahre 1668 in der Nähe des jetzigen Friedhofs gefunden und sofort verarbeitet. Dagegen als um diese Zeit die Festung neu angelegt wurde, fügte man am Münster- und Cita- dellenthore fünf wohl in der betreffenden Gegend gefundene Centuriensteine der leg. I adj. ein, wo sie noch zu sehen sind 7¹)...
Als die Franzosen, welche im Jahre 1688 Mainz überkamen, Schanzen errichteten, wurden manche Denkmäler gewonnen, aber keine hier erhalten; sah doch ein Augenzeuge, der Arzt Krafto
66) Zumpt, Commt. epigraph. p. 8.
67) S. 111. gedenkt er des Denkmals eines Reiters, ohne die Inschrift beizufügen.
68) Einl. II. 4.
69) Ueber diesen Campius vgl. Freudenberg in Bonn. Jahrb. XXIX, S. 95, und XXXIX, S. 175 ff.
70) I. S. 351. Bodmann bemerkt zu Huttich's Vorrede:«er habe von einem sehr glaubwürdigen Stiftsherrn zu St. Stephan gehört, dass im XV. und XVI. Jahrhundert sehr viele Särge an die Stifter Dom und Altmünster verkauft und von diesen in den Kreuzgüngen unter die Erde verbracht worden seien; ebenso in den Kreuzgängen von St. Stephan, Peter und Johannes, nachdem die römischen Inschriften an den Seiten abgekratzt worden; andere Sarcophage seien in vier Stücke zerschnitten und als Grabsteine gebraucht worden.-
71) Ausser einem am Münsterthore, der wegen des neuen Durchganges im J. 1860 ausgebrochen und ins Museum verbracht worden ist..


