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Näher nach der Stadt ist der Altar des Jupiter, indem Lehne im Jahre 1805 dort am Ab- hange noch an Ort und Stelle eine kleine ara fand ¹*).
Nur diese Altäre verzeichnete Lehne in die Stadt und ihre nächste Umgebung; er hätte aber noch eine grosse Anzahl aufstellen können, denn ausser den 10 Altären, die er bestimmte, gab es zu seiner Zeit wenigstens noch ebenso viele, die man gerade so gut aufzeichnen konnte, und wir können seit mehreren Jahren noch weit mehr beifügen ¹⁵).
Von der römischen Stadt sind, wie von der Festung, keine Gebäude über dem Boden er- halten. Stadt und Festung wurden gegen das Ende der römischen Herrschaft einigemal verwüstet und zerstört und scheinen eine Zeitlang in Verwüstung gelegen zu haben. Daher kommt es, dass der Boden über die römischen Trümmer heraufwuchs; überall, wo man solche findet, liegen sie wenig- stens sechs, meist zehn bis fünfzehn Fuss unter dem jetzigen Boden, gegen den Rhein hin tiefer.
9. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, die Oste und Stellen unserer Stadt und nächsten Umgebung hier zusammenzustellen, wo bisher römische Ueberreste aufgefunden wurden; allein sie sind zahllos, denn in dem ganzen Umfang, den ich oben für die römische Stadt bestimmte, wer- den überall, wo man gräbt, auch jetzt noch römische Ueberreste gefunden. Gleichwohl will ich wenigstens die Stellen angeben, wo Grundmauern bis in unsere Zeit fortdauerten, so dass hier römische Gebäude angenommen werden müssen; zugleich wird dies zeigen, dass man in der Mitte der jetzigen Stadt keinen Rheinlauf annehmen kann. Die Nachrichten, welche uns über solche Ausgrabungen überkommen sind, stammen fast nur aus unserm Jahrhundert.
Mauern von grossen Gebäuden wurden oberhalb dem Markt an verschiedenen Stellen entdeckt. So 1827 bei dem Bau des Eckhauses der Schöfferstrasse(Nr. 1), zwölf Fuss unter dem Boden, eine von Nordwest nach Südost sich ziehende Mauer mit grossen Quaderstücken, Fragmenten von Säulen u. a. m. ¹¹) Gerade gegenüber im ehemaligen Bischofshof(Nr. 2) wurden 1842 viele Altäre und weiter hin nebenan, oberhalb dem Westchor vom Dom, im Jahre 1832, sieben Fuss unter dem jetzigen Boden, nicht unbedeutende Reste eines hypocaustum und sudarium(unterirdische Feuerung und Schweissbad) blosgelegt**). Die Auffindung vieler Altäre an diesem Platze und in seiner Nähe lassen vermuthen, dass hier ein Tempel gestanden hat, was noch dadurch be- stärkt wird, weil eine der ältesten christlichen Kirchen hier erbaut war, indem bekanntlich die Christen an der Stelle eines heidnischen Tempels gerne eine Kirche errichteten.
Weiterhin, am Theaterplatz, fand man rechts und links römische Mauern, so am Ecke der Fust- strasse im Jahre 1827, 15 Fuss tief, ein hypocaustum ein Badezimmer und Wohnzimmer mit Anstrich und Fensteröffnung, Küche mit Feuerherd u. s. w. ⁴⁶) Auch bei dem Theaterbau zeigten sich römische Reste 4), und als man den Grund zum hintern Tbeil des Theaters legte, fand man„bei zwanzig Fuss Tiefe ein unterirdisches Gewölbe, das von gebackenen Steinen von zwei Quadratschuhen an Länge und Breite aufgeführt und mit einéem von gehackten ühnlichen Steinen festen Kitte ge- pflastert war.“ Da diese Steine keine Legionszeichen hatten, so war dies ein bürgerliches Gebäude.
42) Im Museum. ZL. 44; Br. 1140.
43) Nach einer Inschrift, d'e früher bei h. Kreuz stand(L. 75), wurde ein templum dem Mercurius erbaut, der also dort im Feld angenommen werden kann.
44) Braun, in den Annalen des Nassauer Vereins I. S 117.
45) Ueber die Funde im Jahre 1832 s. Dahl in Qnartalblätter des Kunstvereins, III. 3. S. 17; und Schaab, Mainz, I. S. 12 2 ff.; im J. 1842, Zeitschrift I 3 etc.— Ueber 10 Altäre und viele Fragmente wurden dort in der Nähe gefunden; auch Ziegeln, besonders der leg. XXII, woraus zu folgen scheint, dass hier auch ein öffentliches Gebäude stand Schon im Jahre 1802 wurden hier römische Bäder und Wohnungen aufgefunden; s. Schaab, Mainz, II. S. 24.
46) Sehaab, Mainz, I S. 118; Bruhl, Mainz, S. 218. 47) Schaab, Mainz, II. S. 196; Lehne, Werke, III. S. 119.


