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warlich die axt iſt an die wurzel des baumest) gelegt, vnd der zorn gottesꝛ) nahe das wölle(bit ich) ein yeder behertzigen vnd ſich zuo gotz) ſeynem ſeligmacher wenden Amen.
Gedruckt durch Georg Erlin⸗
ger zuo Bamberg:).
Als Ergänzung zu dem von Scheel herausgegebenen Büchlein vom Zutrinken und zu der hier mitgeteilten Flugſchrift mögen noch die Worte folgen, die Schwarzenberg oder ſein Kaplan Johann Neuber der Üeberſetzung von Ciceros Pflichten I 30, 106„vns gepürt im vberigem fleiß, der ſpeyß, getrancks, vnd kleydung, nicht weybiſch, ſonder mäſſigklich, ſtättigklich, ſtrengklich vnd nüchtern zuo leben“ als Gloſſe beigegeben hat(Blatt 25 b):„O wie gar weyt weichen die zuotrincker von diſen nöttigen tugentlichen leren, die durch willige vnmenſchliche füllerey, jr natürliche vernunfft alſo ver⸗ plenden, das die damit nicht allein von menſchlicher art geſchyden, ſonder auch von vil thieren mit beſcheydenheyt vnd mancherley ſchickligkeit fern(: bei weitem!) vbertroffen werden. Gott ſey geklagt das ſolche aller ſchwerſte plag, williger füllerey, vnd damit ſo vil böſer(vnd dauor) vnerhörter that, bey zeyten mittelmäſſiger menſchen gedächtnis inn etlichen hochteüſchen landen, vnd ſonderlich bey vns Francken, wider das löblich herkommen, vnſer Eltern, ſo ſchedlich eingebrochen hat“.
Der Kampf, den Schwarzenberg„in Wort und Schriften“ gegen die Trunkſucht führte, ward nach ſeinem Tode von anderen fortgeſetzt. So trat noch in Schwarzenbergs Todesjahr 1528 Se⸗ baſtian Frank mit ſeiner Schrift„Von dem gräulichen laſter der trunckenheyt“ auf den Plan. Wie dieſer Schwarzenbergs Zutrinker benutzt(ScheelS. 24), ſo nennt ihn auch Gregor Wickram, Gerichtſchreiber zu Kolmar, der bei Scheel S. VII wohl infolge eines Setzerfehlers mit ſeinem jüngeren Verwandten Jörg verwechſelt iſt, in der Vorrede zu ſeiner deutſchen Bearbeitung der lateiniſchen Dichtung des fränkiſchen Pädagogen Vincentius Opſopäus„Von der Kunſt zu trinken“ 1537. Auch Leonhart Schertlein hat neben Chriſtoph Hegendorfers Encomium ebrietatis(1519) Schwarzenbergs Zutrinker benutzt in ſeinem Dialogus von„Künſtlichem Trincken“³), deſſen Urdruck, Straßburg 1538 ohne Angabe des Druckers erſchienen, aber nach dem Vergleich mit der ſpäteren Ausgabe ſicher von Jakob Cammerlander gedruckt, die Michelſtädter Kirchenbibliothek ebenfalls beſitzte). Schertlins Dichtung, die in ziemlich froſtiger Ironie die Bekehrung eines Trinkgegners zur Trunkſucht darſtellt, iſt teil⸗ weiſe von Jörg Wickram in ſeinen„Sieben Hauptlaſtern“ ausgeſchrieben worden?). Aus Schert— lins Dialogus mögen hier zwei andere charakteriſtiſche Stellen ausgehoben werden, von denen die eine durch die mitgeteilten alten Trinklieder⸗Anfänge oder ⸗Kehrreime Intereſſe bietet, die andere als eine Art Vorbild zu Haugs bekanntem Liede„Trinken ſang Anakreon“ gelten kann. Blatt 9 a (C) erklärt Pittacus, der ſich von Bacchus nicht will verführen laſſen,„voller menſchen muot“ ſei „Eyn ſchad der ſeel, leib, ehr, vnd guot“, worauf er 9 b und 10 die Verwandlung der Trinker in Säue, Kälber, Wölfe, Füchſe, Eſel, Affen, Löwen, Katzen, Schafe, Gänſe, Hunde und Bären ſchildert, was 10a durch einen Holzſchnitt draſtiſch veranſchaulicht wird. Nachdem dann Pittacus Bl. 12 b zwölf abſtoßende Eigenſchaften der Vollen beſchrieben hat, ſucht ihn Bl. 13 a(C) Bacchus' Diener Miſtes zu gewinnen, indem er ihm die Freuden des Zechers verlockend malt:
Wir ſchlemmer ſind nur guotter ſchwänks). Vnd dantzen über tiſch und bänck.
Hübſch reyhen lieder ſingen wir Guott boſſen bringt ein jeder für.
Wem ſoll der moſt(guot backen ſalb) Alſo ſingt vnſer gſchafft all 13 b All voll keyner lehr, nun bring wein her. Laß vmher gon, iſt guott mehro) Kopp, droll, droll, guot hopffen Bruoder. Wauo) ligen wir heut im luoder.
Auf Pittacus' Gegenrede antwortet Miſtes Bl. 15(D 3) und 16 a mit dem Hinweis auf die Philoſophen und Dichter des Altertums:
Plato philoſophus ſchreibt frei Wie drunckenheyt ſo edel ſei.
.. die Greci gheeret hon Trunckenheyt, überſchwencklich ſchon
Allr gſchicklicheht ein brunn vnd kron. Die beſten rädt ſie geben han
¹) b bawmes; Mathäus 3, 10, Lukas 3, 9. ²) b Gottes. ³) b Got ¹) b Gedruckt zu Zwickau durch Jörg Gaſtel ⁵) Vergl. darüber Vierteljahrsſchrift für Literaturgeſchichte 1 86— 90. 6) E 1096. Aus dieſem Sammelbande ſeien noch genannt: Der Wucherer Meßkram oder Jarmarkt 1544; Vom Ende der Welt Vnd Zukunft des Endchriſts. Alte vnd newe Propheceyen. ha. v. M. Melchioris Ambach, Prediger zuo Franckfurdt, Franckfurdt a M., Herman Gülf⸗ ferich; Das Ehbüchlin. Durch Eraſmum Alberum 1539; Dieterich von Pleningen, Seneca gethutſcht, Landßhut 1515.
) Georg Wickram, hg. von Bolte IIl 276— 279, vgl. Bolte, Vorrede zu IV, S. XXXI-XXXV(Publ. d. Literar. Vereins 229 f.) ⁸³) Text: ſchwänckt. ⁹) Märe. 1¹⁰) wo.


