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girlikeyt im menſchen anzündet mert vnd vernewert, da volgen dann offentliche Eebruch junckfraw⸗ ſchwechen vnnd andere verbottenn vnkeuſchs), do felt mancher redlicher man in dergleichen ſüntliche laſter der vnkeuſch¹s), der on das, wo er ſich den weyn nitt vber geen het laſſen nimmer meer darzuo kummen were, da kumbt dann zertrennung vnnd widerwertigkeyt zwiſchen frummen eeleuten¹), vnd verurſacht alſo ein ſündt die andere.
Zum ſechſten, Wie augenſcheynlich was färlicher leybs kranckheit die trunckenheyt mit ſich bringt, dann nit müglich iſt das der, der die natur mit ſolcher vbermeſſiger²o) vnnotturfftiger fülle vberſchüt²o) geſundtheyt ſeynes leybs vnd glyder lang behalten müg, vnd das meer iſt, ſo volgt derſelben füllerey gar zuo vilmalen, verkürtzung des lebens, vnnd ein vnuerſechener tod nach, Alſo daz ein menſch gantz vnbeſindt vnnd on vernunfft gleych einem vnuernunfftigen?¹) thier von hynnen ſchaydet, Das iſt aber ye nit allein vnchriſtlich, ſondern gantz färlich?²), dann wie wol gott in ſeinen gaben wunderbarlich vnnd in ſeinen wercken heilig, Auch das gericht vnd vrteyl gottes verporgens), So iſt doch nitt wol glaublich, das der, ſo alle ſeine tag in offentlicher vbertrettung“¹) der gebot gottis zuopracht, ſchentlich gelebt, vnd ſeinen ſchöpfer ſo offentlich veracht hat, ein guott Chriſtenlich end erlang, ſoll billich(A III)(Bl. 3 b) einem jeden chriſten menſchen hoch erſchrecken vnnd bewegen alſo zuolebenn, das er die gunſt ſeines ſeligmachers zuo ſeiner verdampnuß nit alſo muotwilliglich verwirck.
Zum Spybendenn kan nymandts verneynenn, das auch durch die täglichen füllerey, an zeytlicher narung beſwerung?s) kummen muoß, dann das iſt gewiß, welcher zuo dyſer ſchentlichen vnchriſtlichen gewohnheit täglichs zuo trinckens vnd füllen raycht, der kann gar ſchwerlich daruon laſſenn, würdet auch durch lenge der zeit in einen ſtarken vnwandelparlichen geprauch gewendt, durch welchs ein menſch in allen ſeinen handel, wandel, gewerb vnd weſen werckloß?s) würdet, daraus dann ab⸗
¹) Cicero, Pflichten 71 b welcher in ſeiner freünde ſache richter iſt, ſoll in vbunge deſſelben ampts, ſolliche ſypſchaft vnd freüntſchaft beſeytz ſtellen. 76 b geſypte vnd andere guote freünde(daneben 77 a mein geſypter freünd, Zutr. 27 geſypten freünd).*²) begibt: gibt auf, verläßt. ³) zur fleiſchbanck gehawen: geſellſchaftlich unmöglich gemacht. Zur Fleiſchbank geben⸗verraten: Murner Schelmenzunft VI 10 Vff den fleiſchbank gab er(Judas) gott. ⁴) b landtreümung; „landräumig“, verbannt, von Grimm aus Seb. Frank und Hans Sachs, von Schmidt, Wörterbuch der elſäſſ. Mund⸗ art 214 aus Murner belegt. ⁵) b glider, ⁶) hinkommen: heil, mit dem Leben davonkommen, Scherz, Glossar. germ. medii aevi 674 perfugere(pervenire]) ad salutem. ⁷) b füllerey. 8) b vernünfftiger. ¹) Einicher: irgend welcher, Cicero Pflichten 66a der der eynichen andern nutz der erbarkeit fürſetzt iſt aller vneherlichſt zuo halten. 1⁰) b trew, Cicero Pflichten 61 b Es iſt für war kein ſtercker band des gemeynen guots, dann getraw vnd glaube(de officis II 24,84 fides). ¹1) b gleich welcher. ¹²) b beſchwerung übermeſſiger. ¹³) leüt 1¹⁴) b klerlich. ¹⁵) ab ampt Stet. ¹⁶) b heymligkeyt, Räte. ¹7) hitzigen, mhd hitzegen: erhitzen. Ingold, Gulden Spiel, Neudruck Straßburg 1882, S 40(Der wein) krefftiget. das herz vnd hitziget das bluot. ¹8) b vnkeüſch. ¹⁹) b Eeleüten. ²⁰) b übermeſſiger.. überſchüt. ²¹) b vnvernünfftigen 22) b ferlich. ²³) Dies iſt wohl ein Anklang an Pauli Epiſtel an die Römer 11, 33. 2²¹) b übertrettung. ²⁵) b be⸗ ſchwerung. ²⁶): arbeitsunfähig.


