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und Joh. Herizoch¹) auf Koſten Wendelin Winters von Durlach und Michael Otters von Udenheim gedruckte Orarium Spirenſe(Nr. 887). Das im Jahre 1507 vom Herausgeber Jodocus Gallus²) dem Biſchof Philipp von Speyer gewidmete Werk nennt in der Schlußſchrift als Gönner des Un⸗ ternehmens u. a. auch den Schenken Georg von Erppachs).
Aus Baſel— nach der eigentümlichen zweiteiligen Form des M von Furter oder Amerbach— ſcheint B 78 zu ſtammen, eine Schrift zur Feier des Feſtes Maria Schnee(5. Auguſt) in S. Maria Maggiore, einer der ſieben Hauptkirchen zu Rom, die der Stifter nach der Legende auf dem Esqui⸗ lin an der Stelle erbaute, wo er am Morgen des 5. Auguſt nach einer ihm im Traume gewordenen Anweiſung Schnee vorfand: Hyſtoria feſti Ni uis glorioſiſſ. Marie virginis. cu(Cm) horis canonicis et miſſar(um) ſolenijs in ea forma qua quotannis Rome in Baſilica que Maria maior appellatlur) celebrari ſolet:...(rot gedruckt, darunter ſchwarz:) Tetraſtichon in hiſtoria(m) eiusde(m' feſti
Quem pia feſta iuuant Marie: qui denique laudes Inſtaurare volet: virginis eximie,
De feſto niuis egregiu(m) legat oro libellum Hanc nam roma potens contulit hyſtoriam.
F. 1 b: Ad beatiſſimam dei genitricem in ede Niuis Rome Paulus portius Romanus poeta eiuſdem edis Canonicus. Nach dem Officium kommen zwei Gedichte des Marianus Montegammeri Rheatini ejusdemque baſilice Sacerdotis. F. 12 a: Aliud Joannis Adelphi Mulici“) Argentini (8 Verſe). Schlußſchrift Zl. 9 ff.: Hyſtoria in notis et optima melodia In eccleſia collegiata ſanc⸗ torum Petri et Alexandri in Aſchaffenburgk Maguntin. dioc. reperitur Rome ex libris baſilice Marie maioris ſcripta et in eadem quotannis ſoleniter celebranda inſtituta extitit. Impreſſum feliciter vice⸗ ſimo primo Kal. May. anno Milleſimo quingenteſimo duodecimo.
Auf Kölniſchem Boden fußt der anonyme Druck 81 e: HJiſtorie van Sent Urſulen vnd den eelf duſent Junfferen ind ein ſuuerlich geyſtlich liedt van Sent Urſulen Schyff ader Broderſchaff Dae by alle kyrchen.. der werdiger ſtat Colne(J. Helmann, Köln um 1505, ſ. Weller, Repertorium typographicum 319, Falk, Druckkunſt im Dienſte der Kirche S. 97.).
Geſchenk aus Schloß Fürſtenau iſt Dietenbergers Neues Teſtament(Nr. 547), enthaltend Blatt 445 ff.(Signatur gg eff.) der 1534 in Mainz von P. Jordan gedruckten, bei P. Quentel in Köln verlegten katholiſchen Bibelüberſetzung, deren Bilderſchmuck Prälat Friedrich Schneider kürzlich eine Monographie gewidmet hat(Mainz 1901, Verlag von Wilkens). Aus der reichen Fülle von altklaſſiſchen Schriftſtellern und philologiſchen Werken ſei hier nur ein Terenz mit intereſſanten Ab⸗ bildungen erwähnt(Nr. 345), dem leider der Schluß fehlt(vorhanden ſind nach 4 Bl. Regiſter 175 Blätter). Anfang: Terenti directoriuCm) vocabulorum vocabularij vicem ſupple(n)s incipit. De lra A. Blatt 176 mit 9 ¼ Verſen der 4. Szene des 5. Aktes von Hecyra fehlt. Merkwürdig wegen des Druckfehlers 1580 ſtatt 15085) iſt eine den Bibliographen entgangene Vergilausgabe des Prieſters Nicolaus Gorgonzola mit den Scholien des Servius und der Ergänzung des Mapheus Vegetius Laudenſis. Das mit einem originellen Holzſchnitt⸗Signet:* Nicolaus Gorgon zola P gezierte Titelblatt enthält die ſtolzen Worte: Emendatius quam cetera spectabilius que] hoc Virgilij] opus nuper impresſ sum iam totius laudis sum mam sine controuer sia habet+; Schlußſchrift in kleiner Antiqua: Impssum Mli(Mailand!) Ad Impensas dni P.. Gorgonzole Anno Dni 1580(Nr. 348). Von Nicolaus Gorgonzola nennen Panzers Annales eine Reihe von ſelbſtändigen oder in Gemeinſchaft mit anderen hergeſtellten Drucken, zum größten Teile Ausgaben altklaſſiſcher Schriftſteller aus den Jahren 1504 bis 1534. Die erſte Auflage des Vergil,
¹) Sein Vater, der Drucker Joh. Hamman, dictus Herzog, ſtammte aus Landau. Vgl. Demetrio Marzi, Tipografi tedeschi, Gutenberg⸗Feſtſchrift, Mainz 1900, 437.
²) Eigentlich Galtz aus Rufach im Elſaß, um 1493 Pfarrer in dem heute heſſiſchen Neckarſteinach. Vgl. Charles Schmidt, Histoire littéraire de l'Alsace, Paris 1879, II 40.
³) Dieſer jüngere Bruder des erſten Grafen zu Erbach, Domherr zu Worms und Mainz, Pfarrer zu Beerfelden und Pfungſtadt, ſtarb noch im Jahre 1509.
⁴) Stadtarzt in Schaffhauſen, Verfaſſer des Barbaroſſa, Straßburg 1520(B 42), der Türckiſch Chronika und der Hiſtoria von Rhodis, Straßburg 1513(B 36), ſowie eines Büchleins über den 1512 im Hochaltar des Domes auf⸗ gefundenen hl. Rock zu Trier: Warhafftig ſag und red von dem Rock Jeſu Chriſti zu Trier, Straßburg 1512, 4⁰.
⁵) Vielleicht war ein Exemplar dieſer Seltenheit in der Bibliothek des Dr. Kloss, deren Verzeichnis, London 1835, unter Nr. 3963 eine Vergilausgabe: Mediolani 1508, leider ohne weitere Angaben, anführt.


