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Der Klöster namens Hagen gab es viele, so daß oft nur schwer entschieden werden kann, welches im einzelnen damit gemeint ist. Wir nennen hier nur solche, die für unsere Untersuchung in Frage kommen.
1. Höningen bei Altleiningen. Es wurde als Augustinermännerkloster von dem Kloster Großfrankenthal unter der Mitwirkung des Bischofs Burkhart oder Buggo II. von Worms(1115— 1151) gegründet. Dabei entstand bald wie bei dem Mutterkloster noch ein Augustinerfrauenkloster gleichen Namens. Der Name ist nach Christ aus haganahi, einem Kollektivum von hagan, Hagen oder Hag, Hecke, Gebüsch, ent- standen, woraus durch Umlaut Hegenehe, Hegeniche oder durch Kontraktion Henehe, Henegen wurde. Daneben erscheinen dann auch Verbindungen wie: im Hagene, Hegene.
2. Hagen am Donnersberge, ebenfalls ein Männer- und Frauendoppelkloster, gewöhnlich Hagen-Bonlanden genannt und in der Mainzer Diözese gelegen. Um 1167 wurde in der Nähe noch ein zweites Kloster bei Rodenkirchen gegründet, das dann als Hagen-Rodenkirchen erscheint, während das Mutterkloster jetzt kurz Bon- landen genannt wurde.
3. Hagen bei Gernsheim, ein Männerkloster, wohl von Höningen als Tochter- kloster gegründet und 1165 als in Gernsheim und Lützelsachsen a. d. B. begütert erwähnt⁹).
4. Hagen, d. h. Monster zum Hagen, womit ohne Zweifel das Kloster gemeint ist, das wir als Altenmünster im Lorscher Bruch angesprochen haben.
Ist nun der Bestand dieses letztgenannten Klosters Hagen vor dem Ausgange der Lorscher Benediktinerabtei nachweisbar?
Das Kloster Altenmünster wird von seiner Wiederherstellung im Jahre 1071 an in dem Lorscher Kopialbuch noch öfters erwähnt. In der Fundationsurkunde des Abtes Ulrich heißt es cella Aldenmunster und in der Bestätigungsurkunde des Königs Heinrich IV. monasterium Aldenmunster. In einer undatierten Urkunde(C. L. Nr. 133) überläßt derselbe König dem Abt Burkhard von Erphesfort(Erfurt) locum Aldenmunster, vicinum Laureshamensi monasterio, imperiali manu regendum. Dieser Burkhard war also der erste Propst von Altenmünster.
Das Abtsverzeichnis(Falk S. 119 ff.) und der Chronist nennen dann noch mehrere solcher Prõöpste, die teilweise in die Abtei Lorsch als Abte berufen wurden. So wird Abt Hermann 1125 ex praeposito sancti Petri in Aldenmunster Abt in Lorsch (Chronik S. 232), desgl. Folknand(ebenda S. 238), der 1142— 11490 die Abtswürde bekleidete. Unter ihm erreichte die finanzielle Erschöpfung der Abtei teils durch schlechte eigene Verwaltung, teils durch Untreue und Habgier der advocati und villici, teils durch den Druck des servitium regis, das nicht nur Heeresfolge bezw. ihre Ablösung durch Geld, sondern auch noch eine ständige Abgabe von 100 Mhk. Silber jährlich an die kgl. Hofkasse umfaßte, eine solche Höhe, daß der Abt sich gezwungen sah, drei wertvolle Besitzungen: Oppenheim, Weiblingen und Gingen gegen Nachlaß der 100 Mark an den König Konrad III. zu verpfänden5⁰). Derselbe
4⁹) C. L. Nr. 157. Dasselbe Kloster wäre dann wohl auch in Urkunde Nr. 3818 unter fratres de Hagene oder 3819 unter fratres in Hagene und Nr. 3825 unter fratres in Hagen zu verstehen. ⁵⁰) Chronik S. 244 und Urkunde Nr. 150 vom Jahre 1147.


