Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Klosters Lorsch : 2. Teil
Entstehung
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Abt schenkte den Brüdern in Altenmünster den Zehnten in Rohrheim?ꝰ¹). Auf Folk- nands Nachfolger Hiltebert, der nur sechs Monate regierte(1140), wurde Marquart, bisher praepositus sancti Petri in Aldenmunster, zum Abt von Lorsch erwählt(Chro- nik S. 255). Nach seiner ebenfalls nur kurzen Regierung(11401150) blieb der Abts- stuhl drei Jahre lang ledig und wurde darauf mit Abt Heinrich besetzt, unter dessen starkem Regimente(11531167) die Benediktinerabtei Lorsch noch eine kurze Nach- blüte erlebte, um dann einem unaufhaltsamem Verfall entgegenzugehen. Er stellte unter anderem auch die durch schlechte Verwaltung und Schuldenlast herunterge- kommene Propstei Altenmünster wieder sicher. Als er sein Ende herannahen fühlte, errichtete er ein Testament, in welchem er alles durch weise Sparsamkeit erwor- bene Geld und viele heilige Gefäße an die verschiedensten Klöster verschenkte, um das seiner Obhut anvertraute Kloster gegen die beständige Inanspruchnahme zu den Italienerfahrten Kaiser Friedrichs J. und seinen Nachlaß gegen Verschleuderung nach seinem Tode sicher zu stellen. In diesem Testamente, das der Chronist(S. 273/5) auszugsweise mitteilt, heißt es unter anderem:

(Henricus abbas) vasa sacrosancta, videlicet calices, honestae et formae et ponderis fabrefieri jussit et monasteriis servorum Dei distribuit, Aldenmunster scilicet et Michlinstat, Hirsaugiae, Sunnesheim(Sinsheim), Ottenheim(Odenheim bei Bruchsal), Sconaugiae(Schönau), Bronnbach(bei Wertheim), Eberbach, Otter- burg(Osterburg), Frankendal duos, Hagen et aliis, quae animo non occurrunt, locis(unum scil. calicem), Laureshamensi vero monasterio calicem deauratum, baccina argentea, thuribulum argenteum, colam et ampullas argenteas ac praeterea auri quinque et semis libras, aestimatione videlicet LV marcarum argenti ad coem- tionem sacrarum vestium tradidit. Annulum quoque aureum cum lapide pretioso et insuper XV carratas vini veteris et vineam in Hemmingisbach in anniversario suo fra- trum usui contulit; reliquam pecuniam ecclesiis Dei in hunc modum expendit: ad Sunnesheim 45 marcas argenti in emptionem praedii, ad Sconaugiam 20 in fabricam oratorii, ad Hirsaugiam 5, ad Ottenheim 5, ad Mulenbrunnen 5, ad Sanctam Candi- dam 2, ad Kirchheim 2, ad Godesaugiam 2, ad Hagen 10, ad Frankendal 8, ad Gomersheim 3, ad Otterburg 3, ad Eberbach 5, ad Eberaha 5, ad Bonnebach 5, ad Lobenfelt 2, ad Mulnen 2, ad Bonlanden 2, ad Sebach 2, ad Hegenhee(wohl ver- schrieben für Hegenehe) 2, ad Kuningesbrucgen 2. Sanctimonialibus et viduis Lau- reshamensibus 5 talenta, pauperibus in exequiis suis 3, ad hospitale Hierosolimi- tanum 1 etc., im ganzen 306 marcae, d. h. Kölnische Silbermark. Ich habe den Haupt- teil des Auszuges aus dem Testamente Heinrichs wortgetreu hierhergesetzt, weil er in mehr als einer Hinsicht sehr wichtig erscheint, und damit auch diejenigen Leser meine Ausführungen kontrollieren können, denen der C. L. nicht zur Hand ist.

Das Vermächtnis zerfällt offenbar in zwei Teile: im ersten werden kirchliche Gegenstände verschenkt und nur bei dem Hauptkloster noch 5 ½ Pfund Gold= 55 Mark Silber(also Verhältnis von Gold zu Silber 1: 10) und andere Vermächtnisse erwähnt, während im zweiten Teile die Legate in Silber(Geld) bestehen. In dem ersten Teile sind dann wieder drei Gruppen von beschenkten Klöstern deutlich

⁵¹) Chronik S. 252 f., worunter mit Rücksicht auf Urkunde Nr. 3820 wahrscheinlich Klein-Rohr- heim bei Gernsheim a. Rh. zu verstehen ist. 4*