Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Klosters Lorsch : 2. Teil
Entstehung
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bach selbst fegen müssen, die ander halb bach gehörtt langwaden zu fegen, und Ist dieser stein mit Benßheimer, Henner und alßbacher Zeichen gezeichnet und untter- legt, deßgleichen mit langwader.

Der viert Stein mit dreyen ecken steht auch mitten Inn der bach, da unser marckhung sich endet, Nemblich die rödder nachtweidt, und an schweinheim stoßt, auch mit langwaden grentzt, Ist gegen mittag mit Benßheimer, gegen mitternacht mit langwader und gegen niedergang mit der Schweinheimer, Ide seit mit seinem beson- deren Signo bezeichnet.

Diese Strecke also ist die Bach in der Steinfurt oder der Steinfurter Bach, bei der schon 773 bezw. 795 die Grenze des Heppenheimer Königsforstes begann und wieder endete. Die Doppelbezeichnung Steinvortowa= Aue in oder an der Stein- furt(773) und Steinfurt= Steinfahrt oder Steinfurtbach(795) läßt dieselbe Mehr- deutigkeit des Ausdrucks erkennen, die im 16. Jahrhundert noch bestand. Wie zähe sich aber diese uralten Grenzgerechtsame erhielten, beweist derVergleich zwischen Churmaintz und Hessen-Darmstadt die Ziegelbach betreffend aus dem Jahre 176646), wonach von dem letztgenanntenDreymärker bis zu dem erstgenanntenViermär- ker die Bensheimer eine Strecke von 175 Ruthen allein zu fegen haben, und die Tat- sache, daß selbst heute noch die dortigen Gemarkungsgrenzen wesentlich dieselben sind, nur daß im Jahre 1900 die genannten Rodauer Lachen seitens Bensheim an Ro- dau abgetreten wurden.

Die ganz augenscheinliche Obereinstimmung der nordwestlichen Grenze der alten Waldmark Heppenheim mit der nordwestlichen Grenze der Gemarkung Bens- heim von Aganrod bis Steinvortowa legt aber den Schluß nahe, daß auch auf der weiter nach Osten hinziehenden Strecke beider Grenzen soweit zusammen fielen, als die Bensheimer Gemarkung reichte. Ich stehe deshalb nicht an, die Grenzangaben der Heppenheimer Mark von 773/795 von Steinvortowa über den Felsberg hinweg bis nach Wintercasten mit der Nordgrenze der alten Bensheimer Gemarkung gleichzu- setzen und dementsprechend meine früheren Ausführungen) in einigen allerdings unwichtigen Einzelheiten zu berichtigen.

Die uralte nördliche Markgrenze von Bensheim wird nämlich in dem obenge- nannten Merkergeding von 1417 also gewiesen:

Item wardt gefragt, wie weitt und fur die Bennßheimer gemarckhen gienge, die Burgman unnd Burger von gnaden meins Herrn von Maintz und seines Stiffts haben und wehr darin gehör. Daruff hat meins Hern gericht zu Benßheim unnd seins Stiffts geweist, Von der Buchstachen ahne biß an die Hieiden unnd von der Heiden ahne biß uff den Stein bey Zwingenburg, von demselben Stein die straßen hinab biß Jhesent (Jhenseit) des Urbesklingen, anderseit deß Urbesklingen uff uber den Mahlstein, Allso das die Copeln(Kuppe) ghen Bennßheim gehört, Von dem Mahlstein uber den Felßbergk, als sich das Wasser theilt, biß an die von Bedenkirchen, von den von Bedenkirchen Ahne biß hinden ahn graulbach unnd die graulbach uff biß gehn Altzenrodt, von Altzenrodt Inhin biß an Halßbergk, von dem Halßpergk die Brannder Eckenn ußhin(außenhin) bis an den Hinkelstein. Ebenso wird aus dem NMerker- buch(ebenda S. 2) gewiesen, daß innerhalb dieses Grenzzuges die Dörfer Zwingen-

) Ebenda Nr. 221.) Programmbeilage 1905 S. 29/30.