Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Klosters Lorsch : 2. Teil
Entstehung
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linken Seite der Weschnitz die Mörschau und Auf die Mörsch, Flur XXXI Abt. B und C des Flurbuches, an welche sich dann noch die 63. Gewann, genannt der Knippel, anschließt, in welchem der Zippel der Urkunde von 1500 weiterlebt.

Unter den folgenden Grenzangaben ist besonders der Abschnitt bemerkens- wert, der die Ostgrenze von Lorsch bezw. die Westgrenze von Bensheim betrifft. Welchem aufmerksamen Leser entgeht es, daß durch diese, auf alte Gerechtsame sich stützende Grenzangabe meine Beweisführung in Kap. I,§ 3, c vollauf bestätigt wird? Denn durch die dort genannten Schenkungen wurde die Bensheimer Gemar- kung von der Wattenheimer Brücke bis an die Heppenheimer Gemarkung von der Berührung mit der Weschnitz, ihrer früheren westlichen Grenze, abgeschnitten, und dieser Saum erscheint hier zwischen seinen beiden EndpunktenIm Horst(Norden) undIm Kirschflecken(Süden) wirklich abgesteint und zu Lorsch gehörig, wie auch heute noch. Ja der genannte Steinuff der Mörbach steht noch jetzt an seinem alten Platze, ein mächtiger, unbehauener Porphyrquarzit, da wo jetzt die Bahn Heppenheim-Lorsch die Meerbach schneidet, und die Grenze zieht auch jetzt noch von da ab den Bach ein Stück aufwärts bis zu dem anderen Stein, wo die drei Ge- markungen Bensheim, Lorsch und Heppenheim sich berühren.

Diese Grenzangaben von 1500 werden zudem noch durch das Bensheimer Ge- markungsbuch von 1593(Archiv der Stadt Bensheim Nr. 228 S. 247 f.) durchaus be- stätigt und durch reiche Einzelheiten und Abbildungen aller Grenzzeichen(Steine und Lachbäume!) vervollständigt. Danach beginnt die Lorsch-Bensheimer GrenzeIm Gauchsnest am Blaster, wo der fußpfadt vom Haußer steg uf das plaster durch schützenwiesen geht, hartt am blaster ahne da steht der erste stein untter eim eychen- stockh, Ist gar nahe zugewachsen, und die folgendenSteine tragen je nach dem Standort bald das Zeichen B(Bensheim), bald das Lorscher Kreuz(!) bezw. das Mainzer Rad. Auf ihrem Zuge werden u. a. genannt ein Hag, an demein schoßbretth oder ein alt falltor, eingebletter bierbaum mit Grenzzeichen und einneues falthor sich be- finden, ein Stein amZinßwäl(d)chen und nahe dabeiein großer hoer wackh, Ist weiß, steht Jhenseit der Meerbach in der Holderhecken(ohne Zweifel ist die- ser Stein trotz der anderen Farbenangabe mit unserem obengenannten Porphyrquar- zit identisch), und die Grenze zieht dann an der linken Seite der Meerbach auf⸗ wärtsbiß an die Eckh am scheydtgraben und die Bensheimer allmendtspitz und zwar so, daß bis dahin die Meerbach die Scheide darstellt und zu Bensheim gehört.

Von diesem Scheydtgraben bezw. dem anderen Stein an der Meerbach zieht dann die Grenze von 1500 auf die alte Weschnitz zu und an dieser aufwärts bis an die Laudenbacher Gemarkung, wie auch heute noch diese ganze Grenzstrecke Lorsch und Heppenheim scheidet. Diese Grenzangabe bestätigt aber zugleich meine frü- heren Ausführungen über den Ausgangspunkt der Nordwestgrenze des Heppen- heimer Pfarrsprengels beim sogenannten Gadero²o). Denn das Heppenheimer Kirch- spiel kann unmöglich bei der sog.Gaderhecke zwischen Lorsch und Großhausen begonnen haben, sondern nahm naturgemäß seinen Anfang da, wo das Lorscher, Bensheimer und Heppenheimer Gebiet zusammenstießen, d. h. bei der FlurIm Kirschenflecken. Das Gatter kann man dann als eine Zauneinfriedigung auffassen,

2⁰) Programmbeilage 1905 S. 45, wo esNordwestecke des Kirchspiels heißen muss.