Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Klosters Lorsch : 2. Teil
Entstehung
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heim und Heppenheimer gemarkhung. Von dießem stein an bis uff die alt weschnitz, von der alt weschnitz bis an Laudenbacher gemarkhung scheidet die grentz Lorsch und Heppenheim, von Laudenbacher gemarkhung zeucht unsere grentz die bach hinuff bis an Hemspach, doch läufft die bach uff meines gnedigsten Churf. und Hern grundt und bodenn und muß ein lglicher gedachter fleckhen uff Ihrer seitten solche bach halb fegen.

Item von der grentz ahn, da Lorsch und Hemspach scheidet, sindt drey stein an weingartrech. Mitten aber uff dem weingartrech stehen noch drey stein, die Lorsch und Lampertheim scheiden, dornach ist der ganz weingartrech und der dam bis zum stein uff die Wildhub deren zu Lorsch Ihr aigenthumb.

Wie es mit dem Closter Lorsch in einem und dem andern beschaffen, wirdt aus deßselben lägerbüchern und rechnung(en) zu finden sein.

Schultheis und gericht zu Lorsch.

Was sagt uns nun dieses ebenso interessante wie hochwichtige Aktenstücki*).

Zunächst ersehen wir daraus, daß der damals kurpfälzische Amtmann und Burggraf von Starkenburg die Fischereigerechtigkeit im Lorscher See und ebenso der Schultheiß zu Lorsch diejenige in dem östlich davon hergehenden Graben, d. h. dem Landgraben zu Lehen trugen. In den Besitz dieser Lehen aber kann Kurpfalz nach Lage der Sache nur durch die Pfandverschreibung vom Jahre 1462 gekommen sein. Also war der Lorscher See vorher Lorsch-Mainzer Eigentum.

An der Grenzbeschreibung interessiert uns sodann ihr Ausgangspunkt im Nordwesten der Gemarkung Lorsch-Kleinhausen, wo sie an die Bürstädter, Bob- städter und Bibliser Gemarkung anstößt. In meiner Besprechung der Heppen- heimer Markbeschreibung vom Jahre 773 bezw. 795 habe ich schon darauf hinge- wiesen, daß das Musa der jüngeren Grenzbeschreibung wohl identisch sein könne mit dem Bibliser Mörsch, da Musa desselben Stammes ist wie ahd. môs, d. h. Moos, Moor, von dem Mörsch dann nur eine Weiterbildung etwa aus Morisc darstelltis).

Die in dem Lorscher Weistum nun genannten Zipffeleckher oder Zippel an der Grenze gegen Kleinhausen erscheinen in dem Weistum der Gemarkung Biblis¹⁹) im Zusammenhange mit eben diesem Mörß oder Mörs als Almende, die an der Südost- grenze der Gemarkung Biblis gegenüber der Westgrenze der Gemarkung Klein- und Großhausen in Anbau genommen war. Da aber bekanntlich die Mark Bensheim ur- sprünglich auch die von Großhausen(huson) bis an die Bibliser Gemarkung um- faßte und andererseits Lorsch mit Kleinhausen selbst noch in der Zeit unserer Ur- kundeein gemein bildete, so kann das an der Nordgrenze der ursprünglichen Lorsch- Bürstädter Gemarkung genannte Musa gar nicht anderswo gesucht werden als in dem obengenannten Bibliser Mörsch. Und dieses Mörsch bildet auch heute noch die Stelle, wo die Lorscher, Bürstädter, Bobstädter, Bibliser, Klein- und Großhäuser Ge- markung zusammenstoßen. An dem Südostende der Gemarkung Biblis liegt nämlich rechts der Weschnitz das Mörsch, Flur XXXI Abt. A, und ihm gegenüber auf der

¹¹) Einzelheiten daraus wolle man bei Christ J. l. S. 50 nachlesen. ¹⁸) Programmbeilage des Bensheimer Gymnasiums 1905 S. 25 ff. und dazu auch 1008 S. 40 ff. Damit liesse sich dann auch sehr gut dasoff der Muse zu Bobstadt vereinigen, das von Schenk noch aus einem Wormser Mann-

buche vom Jahre 1427 nachweist, wie ich in erstgenannter Arbeit S. 36 Anm. 1 schon erwähnt habe. ¹) Karlsruher Kopialbuch Nr. 882 fol. 191 b.

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