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genossenschaft erweckt; denn sie wurden weder durch regelmässige Abgaben noch freiwillige Beisteuer ausgesogen, wie z. B, die Friesen ¹); ja, sie stellten sogar aus ihren Stammesgenossen römische Auxiliarkohorten unter einheimischen Führern ²). Ahnlich scheint es auch mit den Kaninefaten gewesen zu sein ³).
So lernten diese niederdeutschen Germanen im römischen Heerverbande volle vierhundert Jahre lang die römische Waffenführung und Befestigungskunst, die sie gegen ihre germanischen Stammesbrüder wie gegen ihre eigenen Lehrmeister mit gleichem Erfolge zu verwenden berufen waren.
Die Verbindung von germanischer Kraft mit römischer Waffentechnik zeigte sich zum ersten Male im Bataveraufstand 69 n. Chr. unter dem einheimischen Führer Cl. Civilis in ihrer ganzen Schwere. Zwar misslang die Schilderhebung gegen den übermächtigen Feind, aber ihr Ausgang enthielt die heilsame Lehre, dass ein einzelnes kleines Volk nichts vermöge gegen die Zwingherrn der Welt¹) und dass eine prae- datio, ein nach germanischer Art aufs Geradewohl ins feindliche Land unternommener Beutezug kaum einen augenblicklichen, geschweige denn einen dauernden Erfolg verbürge. So dienten die batavischen und kaninefatischen Hilfstruppen weiter im römischen Heerverband und ihre einheimischen Führer, halb germanische Volks- fürsten, halb römische Offiziere, schlugen draussen die Schlachten der Römer und erhielten daheim villae und agri, also Grossgrundbesitz, der ihnen Ansehen, Macht und so ein starkes Ubergewicht über ihre Volksgenossen gab, die auf ihren volks- mässigen Siedelungen sassen. Aus ihnen und anderen angesehenen Männern wurden dann im Laufe der Zeit reguli, Volkskönige, deren es auf dem Gebiete der Bataver mehrere gab ⁵). Noch 357 schlugen die batavischen Hilfstruppen unter solchen reguli die Alemannenschlacht des römischen Kaisers Juliané6), während im Innern durch rasche Bevölkerungszunahme eine Volkswelle sich anstaute, die eine gewalt- same Eruption unausbleiblich machte.
Und diese kam rascher, als man geahnt. Wohl um sich für geleistete Dienste bezahlt zu machen, brachen im Jahre 358 landheischende batavische Söldner unter einem oder mebreren solcher Volkskönige mit kühnem Wagemut in das römische Gebiet Toxandria ein und setzten sich hier fest. Sie wurden zwar von Julian für diese Verletzung des Reichsfriedens gedemütigt, aber doch in ihrem Besitze gelassen; nur hiessen sie von jetzt ab nicht mehr Bataver, sondern Franken und zwar Salier. Das Jahr 358 ist also gleichsam das Geburtsjahr des salischen Namens und des mit ihm nun unauflöslich verknüpften salisch-fränkischen Eroberungs- und Siedelungs- systems.
Was führte nun zu dieser Namengebung? Eine allbekannte und vielberufene Stelle bei Amm. Marcellinus 17. 8. 3 gibt uns darüber Aufschluss: petit(Julianus) primos omnium Francos, eos videlicet, quos consuetudo Salios appellavit,
¹) Ihre schamlose Ausbeutung führte zu einer blutigen Revolte 28 n. Chr., vergl. Ann. IV 72 ff.
2²) Germ. 29: manet honos et antiquae societatis insigne; nam nec tributis contemnuntur nec publi- canus atterit; exempti oneribus et collationibus et tantum in usum proeliorum sepositi, velut tela atque arma, bellis reservantur. Khnlich Hist. IV 12. ³) Hist. IV 19. 4¹) Hist. V 25.
5) Sybel, Entstehung des deutschen Königtums, S. 159.
6) Amm. Marcellinus 16. 12, 4: Batavi venere cum regibus.


