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Entfernungen ungeheure Zahlen, Millionen von Erdweiten, welche der Menſch erſt in das Bereich ſeiner Vorſtellungen übertragen muß, wenn er ſie begreifen ſoll.
Dazu geeignet fand man den Weg, den das Licht in einer gegebenen Zeit zurücklegt; denn die Geſchwindigkeit des Lichts iſt ſehr groß, und die Zeit läßt ſich durch Stunden, Tage, Jahre in leicht vergleichbare Zahlen bringen. Darum hat man die Zahl der Jahre beſtimmt, welche der Lichtſtrahl gebraucht, um von einem Sterne in unſer Auge zu gelangen. Beſſel beobachtete den Stern N. 61 eygni und fand als Parallaxe 9,73483, woraus ſich eine Entfernung von 592200 Erdweiten(12 Bil⸗ lionen Meilen) und eine Lichtzeit von 9 Jahren 3 Monaten ergab. Ebenſo Struve a lyrae (Wega), Parallaxe 0,42613, Entfernung 789400 Erdweiten, Lichtzeit 12 Jahre 1 Monat; Hender⸗ ſon und Maclear« centauri, Parallaxe 0, 6213, Entfernung 223000 Erdweiten, Lichtzeit 3 Jahre 6 Monate.
5. Die veränderlichen Sterne. Veränderliche Sterne heißen diejenigen, welche einem Wechſel des Glanzes oder der Farbe unterliegen. Einige zeigen bald in längeren bald in kürzeren Perioden eine regelmäßige Ab⸗ und Zunahme ihres Lichtes; andere leuchten plötzlich in hellem Glanze auf, um bald zur völligen Unſichtbarkeit abzunehmen. Winnecke zählt einige 40 veränderliche Sterne, wozu noch die von Humboldt im Kosmos angeführten 21 neu erſchienenen Sterne zu rechnen ſind. Einer Erklärung dieſes Phänomens haben wir ſchon gedacht bei Beſprechung der Sonnenflecken. Nach einer andern Anſicht iſt es der Umlauf eines dunkeln Körpers, der jene Veränderungen bewirkt. Es ſind nämlich viele Aſtronomen, vorzüglich Beſſel bei der Eigenbewegung des Procyon und Syrius auf die höchſt wahrſcheinliche Thatſache gekommen, daß gewiſſe Anomalien ihrer Bahn ſich nur durch dieſe Annahme erklären laſſen. Eine dritte Anſicht gibt den veränderlichen Sternen eine ſtark ſphäroidale Geſtalt und eine ſolche Rotation, daß ſie uns bald die kleine bald die große Achſe zukehren. Die erſte dieſer Erklärungsweiſen dürfte die wahrſcheinlichſte ſein, während die zweite in einigen Fällen ohne Zweifel ſtattfindet; die dritte aber iſt zu verwerfen, weil ſie mit dem Geſetze der Schwere nicht har⸗ monirt, nach welchem ſich rotirende Körper ſtets um ihre kleine Axe drehen.
Der Farbenwechſel der veränderlichen Sterne hat durch Doppler's Theorie der Aenderung der Farbe eine ſchöne Erklärung gefunden. Er will nämlich(Pogg. An. CXII. 1.) theoretiſch und experimentel nachgewieſen haben, daß eine Lichtquelle uns in höheren oder tieferen Farben erſcheine, je nachdem ſich die Lichtquelle dem Beobachter raſch nähert oder entfernt, ein Satz, der übrigens von gewichtiger Seite bekämpft wird. Bewegt ſich demnach unſer Planetenſyſtem mit großer Geſchwindigkeit nach einem Orte des Himmels hin, ſo müßten die dort befindlichen Sterne dies durch die Farbe ihres Lichtes anzeigen; ſie müßten dieſer Theorie nach in violettem Lichte glänzen, welche Farbe Seſtini wirklich bei den meiſten Sternen im Hercules gefunden hat.
6. Doppelſterne. Der Formenreichthum der Natur erhielt eine neue Erweiterung durch die Ent⸗ deckung der Doppelſterne. Durch die verbeſſerten Fernröhren gewahrte man nämlich häufig 2, 3, ja noch mehr ſehr nahe zuſammenſtehende Sterne, von welchen einige aus großer Entfernung ſich in eine Stelle des Himmels projiciren, andere aber unverkennbar durch die Schwere in einer näheren gegen⸗ ſeitigen Verbindung ſtehen. Erſtere nennt man optiſche, letztere phyſiſche Doppelſterne. Die erſte Anregung verdanken wir Chriſt. Mayerv aber die glückliche, freilich damals(1778) nicht zu begrün⸗ dende Idee von Fixſterntrabanten zog ihm von vielen Seiten Widerſpruch, ja Verſpottung zu. Her⸗
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