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chini, Flaugergues) um ihre Axe drehe, iſt erſt in der neueſten Zeit durch die in den Jahren 1840— 42 von de Vico in Rom angeſtellten Beobachtungen von Venusflecken entſchieden und eine Rotationszeit von 23 b 21 21,93 gefunden worden. Dieſe Beobachtung iſt eine äußerſt feine; hat doch Lamont, als die Venus im Sommer 1836 ſehr günſtig ſtand, mit dem Münchener Rieſenfern⸗ rohr ſich ohne allen Erfolg bemüht, Venusflecken zu ſehen. Da die Durchgänge der Venus vor der Sonnenſcheibe zur Beſtimmung der Sonnenparallaxe dienen, welche nach dem Originaltagebuche von Hell zu Wardoehush 1769 durch Encke auf 8,,57116 berechnet wurde, ſo werden die nächſten Durch⸗ gänge von Intereſſe ſein: ſie finden am 8. Dec. 1874 und 6. Dec. 1882 Statt. Von einem Venus⸗ monde, den man früher geſehen haben will, hat ſich bis heute keine Spur mehr gefunden.
Der Planet Mars iſt uns durch die Beobachtungen von Mädler und Beer„Beiträge zur phyſiſchen Kenntniß der Körper des Sonnenſyſtems“(Weimar 1840) genauer bekannt geworden, als die Planeten Merkur und Venus. Neuerdings wurde Mars vielfach mit Fiyſternen verglichen zur Beſtimmung der Sonnenparallaxe; da die Marsoppoſitionen ¹) viel häufiger als die Venusdurchgänge ſind, ſo dürften dieſe Arbeiten der Encke'ſchen Berechnung eine wichtige Controle werden.
4. Aeußere Planetengruppe. Die Gruppe der äußeren Großplaneten: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun übertreffen die innern Planeten durch ihre beträchtliche Größe, während ihre Maſſen durchſchnittlich wenigſtens viermal weniger dicht ſind. Ihre Jahre ſind ſehr lang, ihre Tage dagegen ſehr kurz, bei Jupiter und Saturn beträgt er nur 10 Stunden; bei Uranus und Neptun kennen wir zwar die Dauer der Axendrehung nicht, wegen der beträchtlichen Abplattung ihrer Pole aber dürfen wir eine ſehr kurze Dauer ebenfalls vorausſetzen. Alle haben mehrere Monde zu Begleitern, während von den inneren Planeten nur der Erde dieſe Auszeichnung zu Theil ward.
Jupiter, obgleich mehr als 100 Millionen Meilen von uns entfernt, iſt unter allen Planeten uns am meiſten bekannt. Dieſe genaue Bekanntſchaft verdanken wir den Arbeiten von Lagrange, Delambre, Nicolai, Encke, Santini, Beſſel, Airy und Mädler, meiſtentheils alſo Berech⸗ nungen und Beobachtungen, die dieſem Jahrhunderte angehören. Die Erſcheinungen, welche der Planet uns durch das Fernrohr darbietet, namentlich die merkwürdigen Streifen und Flecken wiſſen wir nicht zu deuten; alles darüber Geſagte iſt noch immer gewagte Hypotheſe. Die Jupitersmonde ſind im Ver⸗ hältniſſe zu ihrem Hauptkörper bei weitem kleiner als unſer Mond zur Erde. Dieſer Umſtand und die geringe Neigung ihrer Bahn iſt die Urſache, warum in dieſem Syſteme die Sonnen⸗ und Mond⸗ finſterniſſe ſo überaus häufig vorkommen. Während eines einzigen Jupiterjahres erleidet der Planet 4400 Verfinſterungen und eben ſo oft werden ſeine Trabanten verfinſtert. Wir kennen und berechnen gegenwärtig dieſe Verfinſterungen ſo genau, wie die, welche durch die Stellung unſeres eigenen Mondes bewirkt werden.
Daß die Verfinſterungen der Jupitersmonde uns übrigens zu allererſt die Geſchwindigkeit des Lichts kennen gelehrt haben, dürfen wir als hinreichend bekannt vorausſetzen; die neueſten Beſtimmungen ſetzen dieſe Geſchwindigkeit(Conſtante der Aberration in Zeit) auf 84 18/2 feſt.
1) Wenn ein Planet der äußeren Gruppe von der Erde aus in der Richtung der Sonne geſehen wird, ſo ſteht er in Conjunction; die entgegengeſetzte Lage heißt Oppoſition. Ein Planet der innern Gruppe kann daher nie in Oppoſition kommen; wir nennen die beiden Stellungen in der Richtung der Sonne obere und untere Conjunction.


