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uraniſchen Planeten Neptun, den zweihundertjährigen Ruhm Newton’'s mit neuem Glanze ¹). Obgleich nämlich Uranus ſeit ſeiner Entdeckung 1781 auf das ſorgfältigſte beobachtet wurde, ſo konnte man doch niemals die Rechnung mit ſeinen Oertern in Uebereinſtimmung bringen. Die Berückſichtigung der durch die Nachbarplaneten Jupiter und Saturn bewirkten Störungen, ließen immer noch eine Differenz, bedeutend genug, daß ſich die Aſtronomen nicht beruhigen konnten. Es blieb nur noch die Anſicht übrig, daß jenſeits des Uranus ein noch unbekannter Planet von bedeutender Maſſe ſein müſſe, deſſen Einwirkungen die unerklärlichen Störungen in der Uranusbahn hervorbrächten. Da mit der Zeit die Differenzen immer größer wurden, ſo gewann obige Anſicht immer mehr Anhänger, und mindeſtens 6 Aſtronomen, namentlich Mädler ſchon im Jahre 1840, hatten den neuen Planeten vorherverkündet, als Leverrier in Paris und Adams, ein junges aggregirtes Mitglied des St. Johann⸗ Collegs in Cambridge, ohne von einander zu wiſſen, die ſchwere Aufgabe übernahmen, aus dieſen Störungen zu berechnen, wo ſich für einen beſtimmten Zeitpunkt der ſtörende unbekannte Planet be⸗ finden müßte. Schon im Jahre 1841 hatte Adams auf dieſe Art, das Problem zu ſtellen, aufmerkſam gemacht; 1845 kannte er die Elemente des unbekannten Geſtirns ſeiner Ueberzeugung nach ſo genau, daß er dem Profeſſor der Aſtronomie zu Cambridge Challis und dem königlichen Aſtronomen Airy dasſelbe verkündigen konnte und ſie bat, ihn an der genau bezeichneten Stelle aufzuſuchen. Doch riethen dieſe von der Veröffentlichung ab, weil ihnen die Angaben nicht genau genug ſchienen. Unterdeſſen erſchien das Memoire Leverrier’s, und auf ſeine Aufforderung fand Galle in Berlin am 23 September 1846 den Planeten genau in der bezeichneten Stelle. Es wurde nun zwar anerkannt, daß Adams Angaben vollkommen richtig waren, was die aſtronomiſche Geſellſchaft mit einem Ehrendiplom bezeugte, die Priorität der Entdeckung aber hat er an Leverrier abtreten müſſen.
Der Planet Neptun bewegt ſich in einer mittlern Entfernung von 30,03627 Sonnenweiten oder 620221000 geogr. Meilen um die Sonne und bedarf zu einem Umlaufe die Zeit von 164 Jahren 226 Tagen. Dieſe Elemente paſſen nicht in die Bode'ſche Reihe ²), welche kein Lehrſatz, ſondern ein Erfahrungsſatz der Aſtronomie iſt, auf welchen übrigens ſchon der Philoſoph Wolf aufmerkſam machte.
2. Planetoiden und Meteore. In Bezug auf die Planetoiden war man der Meinung, daß die ganze Gruppe aus der Zertrümmerung eines größeren Weltkörpers hervorgegangen ſei. Es hat daher Olbers die Hyypotheſe aufgeſtellt, daß ſich alle ihre Bahnen kreuzen, daß ſie alle die Jungfrau und den Wallfiſch paſſiren müßten. Doch hat ſich dieſe gemeinſchaftliche Durchgangsregion nicht be⸗ ſtätigt; man iſt nicht zur Annahme einer gewaltſamen Zertrümmerung genöthigt, die unverträglich iſt mit der im Weltall herrſchenden göttlichen Harmonie.
Auf's Innigſte verknüpft mit obiger Anſicht iſt die über den kosmiſchen Urſprung der Meteoriten. Die Erklärung dieſer Steinfälle als atmosphäriſchen Urſprungs, oder gar als Auswürfe aus Mond⸗ vulkanen mußte man bald verlaſſen, da man ihre Entfernung und die nicht zu erklärende große Ge⸗ ſchwindigkeit in Rechnung zog, beſonders aber ſeitdem die Analyſe etwas Fremdartiges in der Zuſam⸗
1) Die vorausberechneten und Olbers zugeſandten Ortsbeſtimmungen der Ceres von Gauß ließen nichts zu wün⸗ ſchen übrig, während auffallenderweiſe die ſpäteren Oerter des Neptun mit der Rechnung nicht im Einklange waren.
2) Dieſe Reihe für die Entfernungen der Planeten lautet: Mercur: 4— Venus: 4+ 3— Erde: 4+ 2·3— Mars: 4+ 4.3— Planetoiden: 4+† 8.3— Jupiter: 4+ 16 3 ꝛc., wo die Einheit gleich 2 Millionen Meilen zu ſetzen iſt.


