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Wahrheit desſelben umgewandelt. Denn wenn gleich bei den Aſtronomen jeder Zweifel geſchwunden war und ſeine Richtigkeit mit mathematiſcher Gewißheit behauptet werden konnte, ſo mußte es doch ihr unabläſſiges Beſtreben ſein, über alle Gegner den Sieg zu erringen und auch den letzten Einwand zu widerlegen.
Ein bedeutender Einwurf wurde durch die Fallverſuche entkräftet. Man glaubte nämlich, daß bei der raſchen Rotation der Erde ein Thurm z. B. weit gen Oſten gerückt wäre, bevor der von ſeiner Spitze herabfallende Stein die Erde berühre; daß ein Vogel meilenweit von dem Neſte entfernt ſein müſſe, das er vor wenigen Minuten verließ, da man nicht bedachte, daß dieſe Hand mit dem Steine und der Vogel und die ganze Atmoſpäre als Beſtandtheile der Erde an ihrer Rotation Theil nehmen müſſen. Die Entdeckung dieſer Wahrheit hatte die entgegengeſetzte Wirkung: die Spitze des Thurmes muß in derſelben Zeit einen groͤßeren Weg zurücklegen als ſein Fuß. Der Stein hat alſo ein raſcheres Beſtreben gen Oſten, welches beim Falle durch die Anziehung der Erde nicht aufgehoben wird, ſo daß er in der That nach dem Kräfte⸗Parallelogramm öſtlich vom Fuße des Thurms ankommen wird.
Schon Newton machte auf dieſe Verſuche aufmerkſam, welche dann auch von Hooke bald darauf doch ohne entſcheidende Reſultate angeſtellt wurden. Eine zuverläſſige öſtliche Abweichung ergaben erſt die Verſuche von Guilelmini, welche ſowohl von Benzenberg 1802 und 1803, als auch von Reich 1832 beſtätigt wurden.
Durch Pendelverſuche wurde für die Rotation der Erde ein zweiter directer Beweis geliefert, deſſen Wichtigkeit eine gedrängte Darlegung rechtfertigen wird.
Denkt man ſich ein Fadenpendel an einem Punkte aufgehängt, welcher die Rotation der Erde nicht theilt, ſo wird dieſes Pendel, aus ſeiner verticalen Lage gebracht und ſich ſelbſt überlaſſen, immer in derſelben Ebene ſchwingen; bei der Rotation der Erde nämlich wirkt die Schwere auf das Pendel gerade ſo, als es bei der ruhenden geſchehen würde; es iſt demnach kein Grund vorhanden, warum das Pendel ſeine Schwingungsebene verlaſſen ſollte. Denken wir uns nun vorerſt ein ſolches Pendel über einem Pole aufgehängt, ſo müßte ein Beobachter, wenn die Erde wirklich um ihre Axe rotirt, eine dieſer Rotation entgegengeſetzte Bewegung der Schwingungsebene des Pendels wahrnehmen. Ein am Aequator aufgehängtes Pendel kann keine Aenderung ſeiner Schwingungsebene gegen die Erdfläche zeigen, denn es beſitzt die Rotationsgeſchwindigketi der Erde und die Verticale durch den Aufhängepunkt beſchreibt während der Rotation eine auf die Axe ſenkrechte Ebene. Anders muß ſich die Sache auf irgend einer geographiſchen Breite verhalten. Dort beſchreibt die Verticale durch den Aufhängepunkt eine Kegelfläche, weil ſie eine gegen die Rotationsaxe ſchiefe Lage hat. Man muß hier die Rotation um die Erdaxe in 2 Componenten zerlegen. In Bezug auf die eine verhält ſich das Pendel wie ein am Aequator, in Bezug auf die zweite Componente aber wie ein unter dem Erdpol ſchwingendes. Seine Schwingungsebene rotirt alſo in einem der Drehung der Erde entgegengeſetzten Sinne mit der der zweiten Componenten entſprechenden Winkelgeſchwindigkeit. Dieſe verhält ſich zur Drehungsge⸗ ſchwindigkeit der Erde, wie der sinus der geographiſchen Breite des Pendelorts zur Einheit. Dieſe ſinnreiche Beweisführung verdankt man Leon Foucault ver ſie im Jahre 1851 bekannt machte. Der Verſuch ſelbſt, welcher jene Theorie vollkommen beſtätigt, wurde vielfach wiederholt und ſeit jener Zeit ſind mehrere Apparate conſtruirt zur Verſinnlichung des Foucault'ſchen Beweiſes. Zur näheren Ein⸗ ſicht müſſen wir auf die Schrift verweiſen:
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