Aufsatz 
Neue Beobachtungen und Entdeckungen an den auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten / von Hermann Kessler
Entstehung
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auch die Beine, und uach 10 Minuten spazierte ein weibliches Thier auf meinem Daumen herum. Also auch

die geschlechtlich getrennten Thiere

kommen mit einer Haut umschlossen in Eiform(Fig. 24 a) zur Welt. Die weiblichen(Fig. 25 b) sind 0.75 bis 1,0 mm lang, 0,5 mm breit. Die Körperfarbe ist bleichbraun, Kopf, Fühler und Beine anfänglich wasserhell. Augen schwarz, Schnabel fehlt, statt dessen nur eine kegelförmige Hervorragung. Die einzelnen Körperringe sind viel deutlicher wie bei den früheren Larven- formen zu unterscheiden. Oeffnet man das Thier bald nach der Geburt, also vor der Begattung. so findet man den ganzen Körper mit einer dickflüssigen, dabei aber innerlich zusammenhängen- den Masse ausgefüllt, die aber nicht äusserlich durch eine besondere Haut zusammengehalten wird. Erst später, nach der Begattung bildet sich diese Haut und mit ihr das Ei, was man dann auch von aussen schon als abgegrenzt sehen kann. Mit dem allmähligen Absterben des Thieres wird die Körperhaut trocken, der Rand, welchen die Leibesringe bilden, zieht sich zusammen und nimmt dabei eine dunkelere Farbe an, so dass man bald die gelbe Eihaut(Fig. 25 b) durch- schimmern sieht. Das Ei hat eine schiefe Lage, füllt den ganzen Hinterleib aus und ist an dem Bruststück angewachsen, welche Anheftestelle man, wenn man im Frühjahr die Körperhaut ablöst, in Form eines schwarzen Punktes an der Vorderseite des Eies wahrnimmt. Bei vor- sichtiger Behandlung kann man zu dieser Zeit die Haut des Hinterleibs ablösen, also das Ei bloslegen, ohne dass es sich von dem Bruststück trennt. Das männliche Thier(Fig. 24 b) wird 0,5 bis 0,75 mm lang und 0,25 mm breit. Diese Breite nimmt nach hinten unbedeutend zu, so dass der ganze Körper gegen den des Weibchens schmal ist. Die Körperfarbe ist dunkelgrün; Beine, Fühler, Augen und Schnabel wie beim Weibchen. Das Innere des Körpers ist mit einer dunkel- braunen dünnen Flüssigkeit angefüllt. Ausser dem Penis habe ich sonst keine weiteren inneren Organe wahrgenommen. Die Thiere häuten sich am zweiten Tage ihres Daseins, begatten sich und leben dann noch zwei bis drei Tage; die Männchen überdauern dabei aber stets die Weibchen. Die abgestreiften Häute sehen weiss aus und liegen meistens auf der Rinde, selten in den Rissen derselben. Am Fusse der Ullmenstämme, wohin sie durch die Bewegungen der Thiere fallen, findet man sie massenhaft zwischen den Kadavern der todten geflügelten Thiere, so dass das ganze Gemenge von todten Thieren und diesen Häuten weissgrau aussieht.

Das Ei und die Entwickelung seines Inhalts.

Das 0,5 mm lange Ei hat anfänglich eine gelbe Farbe, welche aber im Laufe der Zeit immer dunkeler wird, bis es endlich dunkelgrau aussieht. Zwei Häute, eine äussere, verhältniss- mässig dicke, und eine innere, zarte Haut umschliessen eine flüssige aus Tropfen zusammengesetzt erscheinende aber doch zusammenhängende Masse. Die Eihülle ist in der ersten Zeit weich, wird aber nach und nach härter, so dass sie zuletzt fest zu nennen ist und beim Zerdrücken mit einem leisen Knacken zerplatzt. Die dabei hervortretende Flüssigkeit ist trüb und bräun- lich, trocknet rasch und sieht alsdann weiss aus. Während der Winterzeit erleidet dieser Ei-Inhalt äusserlich keinerlei Veränderung; mit beginnender Frühjahrswürme fängt derselbe dagegen an, sich zu verdicken und dunkeler zu färben. Davpei bildet sich in der Mitte ein Kern, der immer grösser wird, oder mit anderen Worten, die Masse zieht sich nach und nach in der Art zu- sammen, dass an den beiden Polen des Eies ein leerer Raum entsteht, in welchen sich in vielen Fällen die Eihaut einstülpt. Diese leeren Stellen nimmt man wahr, wenn man das Ei in einen Wassertropfen legt, wodurch die Eihülle durchsichtig wird. Gegen den fünften bis