Aufsatz 
Neue Beobachtungen und Entdeckungen an den auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten / von Hermann Kessler
Entstehung
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14 mehr nach unten hin erweiterte. Am folgenden Tage reichte er bis auf die Erde. Die Thiere am oberen Stammtheil waren meistens todt, während sich am Fusse desselben noch eine lebhafte Bewegung der Masse und eine Vergrösserung derselben nach unten zeigte. Als ich hier das Laubwerk und Gras wegräumte, war dieser Theil sowie der obere Theil der blosgelegten starken Wurzeln mit geflügelten Thieren und deren Jungen vollständig bedeckt. (Ich will gleich hier bemerken, dass man auch an dieser Stelle aller kleiner Ulmenstüämme und Sträucher unach der Flugzeit eine Menge Eier mit dem Mutterkörper umhüllt zuam Ueberwintern autrifft.) Am 13. August wanderten auch an den kleinen, gegen 2 bis 3 m hohen, sonst aber durch die alljährlich an denselben bemerkbare riesige Menge von Gallen der T. ulmi ganz kümmerlich fortvegetirenden UIlmenstämmchen am Rande des Tannenwäldchens eine Menge Thiere von den Zweigen und Aesten dem Stamme zu, wäührend an den beiden vorhergehenden Tagen noch keins daran zu sehen war. Ebenso an allen übrigen in meinem Beobachtungsterrain stehenden Bäumchen. Das massenhafte Erscheinen der zweiten geflügelten Form in der ersten Hälfte August hat sich also auch im Jahr 1879 gezeigt. Dieser Hauptflug dauert drei bis vier Tage. Dann wird die Menge nach und nach kleiner, vergrössert sich an windstillen und warmen Tagen auf einmal wieder, was z. B. im Jahr 1879 vom 18. bis 31. August dreimal geschah und sich am 3., 4. und 5. September wiederholte, bis endlich nur noch einzelne Thiere zu beobachten sind. Noch am 1. October habe ich solche in der Aue von einzelnen Stämmen abgelesen und mit nach Hause genommen, also volle drei Wochen später als im vorhergegangenen Jahre. Die Zeitdauer, während welcher die zweite geflügelte Form erscheint, sowie der Um- stand, dass sie erst in einzelnen Exemplaren, denen immer mehr folgen, dann in grosser Menge und dann wieder nach und nach vereinzelt auftritt, entspricht ganz dem Ausgehen der Eier im Frühjahr, was nicht auf einmal erfolgt, und dem zufolge dem allmähligen Entstehen der Gallen, der davon abhängigen Zeugungszeit des Urthiers und dem hiervon wieder abhängigen Umstande, dass die Thiere der ersten geflügelten Form die Gallen nicht auf einmal, sondern nach und nach verlassen. Auch das, dass diese Thiere lebendige Junge zur Welt bringen, habe ich von der ersten Hälfte August an bis Ende September fast täglich beobachtet und dabei festgestellt, dass jedes Thier männliche und weibliche, nicht etwa das eine blos männliche und das andere weibliche zeugt, aber in geringer Anzahl, meistens nur 5 bis 6. Dabei ist im grossen Ganzen die Zahl beider Geschlechter gleich gross. Zu diesem Resultat gelangte ich auf die Weise, dass ich Thiere, welche noch oben am Stamme sich bewegten, also noch nicht lange vorher angekommen waren, vorsichtig mit der Pincette an den Flügeln fasste und jedes einzelne in ein kleines Glas allein brachte. In vielen Fällen fingen die Thiere schon nach 10 bis 15 Minuten an, ihre Jungen abzusetzen. Am 12. August bemerkte ich ein Thier in dem Moment, als es sich auf einem Blatte niederliess. Sofort brachte ich es in ein Glas, worin ich auch ein Stückchen Ulmenrinde legte, als ich nach circa einer Stunde nach Hause kam, hatte dasselbe schon drei weibliche und zwei männliche Thiere geboren. Bei derselben Gelegenheit bemerkte ich zwischen den Zweigen eines Strauches von Gornus sanguinea L. ein Spinngewebe, worin sich eine Anzahl geflügelter Thiere bei dem Fliegen nach den Ulmen gefangen hatte. Eins dieser Gewebe zerriss ich und besah mir die Thiere in der Nähe. Unmittelbar um das erste derselben hingen im Gewebe drei männliche Junge und ein weibliches, um das zweite drei männliche und zwei weibliche. Ein drittes legte ich mit dem Gewebe auf meinen linken Daumen. In demselben Augenblicke trat ein Junges aus dessen After hervor. Dasselbe hatte Eiform. Das Ei stand aufrecht. Ich behielt dasselbe einige Zeit unter der Loupe und bemerkte dabei, dass am oberen Ende desselben die Fühler des jungen Thieres sichtbar wurden, bald nachher