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läuse, wenn sie ihre Gallen verlassen haben, konnte ich durchaus nichts ermitteln. Es kann aber nicht anders sein, als dass die geflügelten Weibchen, wenn sie die Blasen verlassen haben, irgendwo, wahrscheinlich in der Nähe der Knospen, ihre Embryonen absetzen, welche die Stammmütter für das nächste Jahr sind und uns nur wegen ihrer Kleinheit im Herbste entgehen“. Und Koch bemerkt: „Was aus solchen(den ungeffügelten Jungen) in ihrem freien Naturzustande wird, ist noch nicht ergründet“. Die Frage ist also noch nicht entschieden beantwortet. Deshalb habe ich mich während der zwei letzten Jahre speciell damit beschäftigt, und will ich von den dabei gemachten Beobachtungen und angestellten Untersuchungen das Hauptsächlichste hier anführen.
Erst gegen Mitte Mai 1875 fand ich an den sich eben entfaltenden Blättchen der Ulmen- stämmchen im Tannenwäldchen eine Menge der schwarzen Thierchen. Der Umstand, dass diesel- ben an schon vollständig aus den Knospenschuppen herausgetretenen Blättchen sassen, veranlasste mich zu der Annahme, dass sie unter den Deckschuppen der Knospe oder in deren Nähe über- wintert hätten. Um mich von der etwaigen Richtigkeit dieser Annahme zu überzeugen, untersuchte ich während der Herbsttage die nächste Umgebung einer Menge Augustknospen, fand aber keine Thiere. Dann brachte ich im Frühjahr 1876 schon Anfangs April abgeschnittene Zweige von den Ulmenstümmchen in ein mit Wasser gefülltes Glas, welches ich in mein Arbeitszimmer stellte, um das Aufgehen der Knospen zu beobachten. Selbstverständlich entwickelten sich dieselben rascher als die im Freien; aber an keinem der jungen Blättchen bemerkte ich ein Thierchen. Zu dieser Zeit waren die Knospen im Freien schon angeschwollen, aber noch alle geschlossen. Beim Auflösen und Zerlegen von solchen fand ich in den Blattanfüngen nichts. Ich stellte eine Parthie abge- schnittener Zweige mit schon stark gewordenen Knospen in Wasser an ein sonniges Fenster; aber auch an diesen ergab sich dasselbe Resultat. Am 24. April fand ich dagegen in der Aue an einigen Knospen, bei denen das oberste Blättchen nur einige Millimeter unter der etwas abstehenden Deck- schuppe sichtbar war, einzelne Thiere in einer Stellung als wollten sie sich in die Knospe hinein- drängen. Bei anderen schon weiter entwickelten sassen die Thiere am Rande der dicht aneinander liegenden Blätterfalten, und an noch ganz geschlossenen Knospen eine Anzahl ganz ruhig als wollten sie das Aufgehen derselben erst abwarten. Aus diesen Wahrnehmungen musste ich schliessen, dass die Thiere nicht in den Knospen selbst oder in deren Nühe überwinterten, sondern von einem anderen Orte aus die Blattanfänge für ihren Zweck aufsuchen. Noch war es Zeit, weil die meisten Knospen noch geschlossen waren, zu untersuchen, ob sie wohl an den jüngeren Aesten oder Zweigen überwinterten. Am 2. Mai brachte ich daher am unteren Ende von kleinen Aesten und Zweigen, von denen ich mich vorher mittelst der Loupe überzeugt hatte, dass keine Thiere daran sassen, Theerringe an, welche ich täglich auffrischte. Am 6. Mai fand ich an allen Zweigen ober- halb der Theerringe keine Thiere, wohl aber an einem Zweig im heruntergelaufenen Theer unter dem Ring zwei und in einer aufgehenden Knospe unmittelbar unter dem Ring auch einige Thiere, ebenso in den sich öffnenden Knospen an benachbarten, nicht mit Theerringen versehenen Zwei- gen. Am 11. Mai waren die meisten Knospen oberhalb der Theerringe aufgegangen, aber keine Thiere daran, während die Menge derselben unterhalb der Ringe bedeutend grösser geworden war. Nachdem die Blätterentfaltung vollendet war, sah ich mit Freude, dass nicht nur alle jungen Blätt- chen oberhalb der Ringe sich normal weiter entwickelten, sondern dass auch daselbst neue Zweige entstanden, die sich beide bis zum Herbst durch ihre Ueppigkeit vor allen benachbarten auszeich- neten. Im Frühjahr 1876 konnte ich also constatiren, dass die Thiere nicht in den Knospen oder in deren Nähe, auch nicht an den jungen Zweigen und Aesten überwinterten. Sie mussten mithin am Stamme oder in dessen nächsten Umgebung zu finden sein. 1877 setzte ich nun meine Unter- suchungen in folgender Weise fort: Schon im März entfernte ich im Tannenwüldchen von zwei Bäum-


