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brauche, sondern dass äussere Erfahrung eigentlich unmittel- bar sei; die Realität des äusseren Sinnes zum Unterschiede von äusserer Einbildung habe sich ergeben. ¹
Dagegen stimmen diese Zielangaben samt und sonders mit Kants Versicherung überein, dass er sich gegen den proble- matischen Idealismus Descartes' wenden wolle. Für Des- cartes ist der Idealismus ein Problem, hervorgegangen aus seiner Auffassung von dem Wesen der Dinge im Raume. Diese sind für ihn entweder unabhängige Dinge— unsere Vorstellungen von ihnen fallen mit den Dingen selbst zu- sammen— oder blosse Vorstellungen, denen überhaupt kein Gegenstand im Raume korrespondiert, d. h. Einbildungen. Die Möxglichkeit einer solchen Täuschung ist auch nicht von der Hand zu weisen, falls wir tatsächlich zu den Dingen im Raume nur auf Grund eines unsicheren Schlusses von der Wirkung, den Vorstellungen in uns, auf ihre Ursache ge- langen können.
Wenn nun Kant diesen Idealismus widerlegen will, so braucht er ihm nur den Grund des Zweifels wegzunehmen, d. h. er muss nachweisen, dass das Dasein der Gegenstände ausser uns nicht erschlossen wird, sondern unmittelbar gewiss ist. Denn dann fällt jeder ausreichende Grund weg, sie für etwas anderes als Erfahrung zu halten. Die Ursache der Dinge im Raume kommt hierbei— im Gegensatz zu einer etwaigen Widerlegung des Berkeley'schen Idealismus— überhaupt nicht in Betracht. Nicht das Zustandekommen der äusseren Erfahrung steht in Frage, weder der Form noch dem Stoffe nach, nicht ihre Abhängigkeit von unabhängigen Aussen- dingen, wie Kuno Fischer meint, sondern ihre Unmittel- barkeit und damit ihre Gewissheit als Erfahrung im Gegen- satze zur Einbildung.
Das aber vermag Kant zu beweisen, ohne die Grenze der Erfahrung zu überschreiten: entweder, wie er es früher getan hat, indem er für die Gegenstände der Erfahrung als Vorstellungen dieselbe Unmittelbarkeit in Anspruch nimmt wie für die Vorstellungen des inneren Sinnes; oder durch
¹ Kr. 209. 31.


