mässigkeit auf der einen Seite, die Regellosigkeit auf der andern bestimmt mich, hier von Wirklichkeit und äusserer Erfahrung, dort von Traumvorstellungen und falschem Schein, von äusserer Einbildung zu reden.„Wir untersuchen die Verknüpfung der Erscheinungen nach allgemeinen Gesetzen der Erfahrung und können, wenn die Vorstellung äusserer Dinge damit durchgehends übereinstimmt, nicht zweifeln, dass sie nicht wahrhafte Erfahrung ausmachen sollten.“¹
Die Bedenken des empirischen Idealismus gegen die Wirklichkeit äusserer Gegenstände sind also unbegründet: wir brauchen die Dinge im Raume nicht zu erschliessen, denn sie sind als Vorstellungen unmittelbar gewiss; wir können sie nicht mit Traumvorstellungen verwechseln, denn sie sind Erfahrung. Der Kantische, transscendentale Idealis- mus macht die Bedenken des Descartes'schen, empirischen Idealismus gegenstandslos.
Nun aber soll dem empirischen Idealismus in seinen eigenen Voraussetzungen ein Widerspruch nachgewiesen und ein Beweis für die Wirklichkeit der Dinge im Raume gegeben werden, der ohne Bezugnahme auf die Kantische Lehre auch„der allgemeinen Menschenvernunft“ einleuchtet. Der empirische Idealismus gibt zu, dass unser eigenes Da- sein in der Zeit bestimmt ist. Dann muss er auch die Vor- aussetzungen einer solchen Zeitbestimmung zugeben. Das aber sind beharrliche Gegenstände im Raume und nicht blosse Vorstellungen, Einbildungen von Gegenständen. Es ist also ein Widerspruch, innere Erfahrung einzuräumen und dabei doch die Möglichkeit gelten zu lassen, dass am Ende keine wirklichen Gegenstände im Raume sind, dass wir nicht äussere Erfahrung, sondern nur äussere Einbildung haben. Die Realität des äusseren Sinnes, d. h. die Tatsächlich- keit äusserer Erfahrung im Unterschiede von äusserer Ein- bildung, wird also bewiesen durch die notwendige Zusammen- gehörigkeit des äusseren und des inneren Sinnes, der äusseren
¹ Pr. 121; vgl. auch Kr. 318. Das angegebene Kriterium gilt nicht nur für den Kantischen Erfahrungsbegriff.


