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binden, so wenig, als dass die Empfindung des Roten mit der Eigenschaft des Zinnobers, der diese Empfindung in mir erregt, eine Khnlichkeit habe.“¹
Den Erscheinungen, den Gegenständen im Raume, jetzt noch irgend eine Art von Unabhängigkeit und Ein- wirkung auf das Subjekt zuzuschreiben, geht nicht an. Dafür sind denn doch Kants KAusserungen zu bestimmt. „Was ich im Raume oder in der Zeit denke, von dem muss ich nicht sagen, dass es an sich selbst, auch ohne diesen meinen Gedanken, im Raume und der Zeit sei; denn da würde ich mir selbst widersprechen, weil Raum und Zeit samt den Erscheinungen in ihnen nichts an sich selbst und ausser meinen Vorstellungen Existierendes, sondern selbst nur Vorstellungsarten sind, und es offenbar widersprechend ist zu sagen, dass eine blosse Vorstellungsart auch ausser unserer Vorstellung existiere.“ ³„Die äusseren Gegenstände der Sinnlichkeit sind..... nur für Vorstellungen anzu- sehen.“B„Erscheinungen sind nichts als sinnliche Vor- stellungen“; sie sind das„blosse Spiel unserer Vorstellungen“.9
Man beruft sich besonders auf die„Widerlegung des Idealismus“; aber diese erfolgt ja gar nicht nach Kantischen Lehrbegriffen, sondern auf dem Boden des naiven Realis- mus.— Gewiss lesen wir auch anderwärts, dass unsere äusseren Sinne ihre wirklichen korrespondierenden Gegen- stände im Raume haben, dass unsern äusseren Wahrnehm- ungen etwas Wirkliches ausser uns lim Raume] nicht bloss korrespondiere, sondern auch korrespondieren müsse;s aber diese Kusserungen sind doch auch nur zu verstehen im Gegensatze zu dem empirischen Idealismus. Dieser gibt als Möglichkeit zu, dass wir äussere Vorstellungen von Gegen-
1 Pr. 638.
ꝛ² vgl. Vaihinger Komm. II, S. 32 ff. 49 ff. 56 ff.
3 Pr. 126/27.
4 Kr. 319; ähnlich 57.
5 Kr. 119.
8 Kr. 117; vgl. auch u. a. Kr. 122. 680. 126. Pr. 87; die Kritik des 4. Paralogismus; die Antinomie der reinen Vernunft, besonders die Lösung des Widerstreites.
7 vgl. diese Arbeit IId. ³ Kr. 318; Pr. 120.


