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dem„alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen, als bloss zu seiner Erscheinung gehörend“ erkannt sind, ein Gegensatz von„Erscheinung“ und„Ding an sich“ zu Tage, und als die affizierenden Gegenstände sind von nun an die uns unbekannten und unerkennbaren Dinge an sich zu betrachten.
Mithin ist die auf Empfindung gegründete Anschauung dem Einfluss affizierender Dinge an sich zuzuschreiben, und zwar ist dieser Begriff unabhängiger und unerkennbarer Gegenstände an sich nicht durch willkürliche Behauptung von Kant in das System hereingetragen, sondern von dem, was uns die Erfahrung bot, gewissermassen nach Subtraktion dessen, was auf dem Wesen des Subjektes beruht, übrig geblieben.
Die Möglichkeit einer Ubereinstimmung der unab- hängigen Aussendinge mit den Erscheinungen, also der Art, wie wir jene erkennen, hat Kant sehr wohl in Betracht ge- zogen,' aber aufs entschiedenste verneint.„Erscheinungen sind nichts als sinnliche Vorstellungen, die an sich in ebender- selben Art nicht als Gegenstände ausser der Vorstellungs- kraft müssen angesehen werden.“²„Die Sinnlichkeit wird auf die ihr eigentümliche Art von Gegenständen, die ihr an sich selbst unbekannt und von den Erscheinungen ganz unterschieden sind, gerührt.“„Es ist widersprechend zu sagen, dass eine blosse Vorstellungsart auch ausser unserer Vorstellung existiere.“4„Es ist unbegreiflich, wie die An- schauung einer gegenwärtigen Sache mir diese sollte zu er- kennen geben, wie sie an sich ist, da ihre Eigenschaften nicht in meine Vorstellungskraft hinüberwandern können.“? „Mit der Behauptung, dass die Vorstellung vom Raume nicht bloss dem Verhältnis, was unsere Sinnlichkeit zu den Ob- jekten hat, vollkommen gemäss sei, sondern dass sie sogar dem Objekte völlig ähnlich sei, kann ich keinen Sinn ver-
¹ vgl. auch diese Arbeit IIc.
2 Kr. 119.
Prolegomena(Reclam) Seite 100. 4 Pr. 127.
5 Pr. 59.


