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Formositas gemäſs zu handeln. Auf diesen drei Geboten beruhen aber im wesentlichen auch die Vorschriften, die im vorhergehenden Abschnitte gegeben sind. Ich kann deshalb in das absprechende Urteil C. F. W. Mällers nicht mit einstimmen.
Im folgenden§ 142 geht Cicero zum zweiten Teile des zweiten Hauptabschnitts vom Decorum über. Nachdem er von der Formositas gehandelt hat, will er nun gemäſs seiner Einteilung im§ 126 von dem Ordo reden:„Deinceps de ordine rerum et de oportunitate temporum dicendum est.“ Was er in diesem ersten Satze mit ordo rerum et oportunitas temporum bezeichnet, ist wesentlich, so fährt er fort, in dem Wissen enthalten, das die Griechen ebrasia nennen. Hierauf bemüht er sich den Kunstausdruck ebrasia zu erläutern. Dieser Ausdruck entspricht sonst wohl dem deutschen„Mannszucht,“ ebenso wie das lateinische„modestia.“ Ferner liegt in dem lateinischen modestia dem Wortlaute und Begriffe nach„modus, Maſs,“ und es wird durch modestia der Begriff αυνπα οēQñ„ wiedergegeben:). Aber wenn hier der stoische Kunstausdruck ebragia durch modestia übersetzt wird, so soll modestia die beiden genannten Bedeutungen„Mannszucht“ und 0ρρα οl ò³ nicht haben, „sondern,“ sagt Cicero,„das ist ebrasia, wobei man sich die Bewahrung der Ordnung denkt,“ und wenn hier für eòbrasia im Lateinischen modestia eingesetzt wird, so soll modestia nur diese Bedeutung haben. Diese modestia= ebragia definieren die Stoiker als: scientia rerum earum, quae agentur aut dicentur, loco suo collocandarum.
Nachdem Cicero so für den griechischen Kunstausdruck seiner Quelle einen lateinischen gefunden hat, gibt er die Definition für diesen Begriff. Bei Arnim finden sich an zwei Stellen stoische Definitionen für ebrasia, die eine(Arn. III 263 S. 64. Stob. ecl. II 60, 9 W.) heiſst:„eragiae uαννυπ oν re oawréon zail ri uerd ri zal zas⁵οu rie räseανς rυν̈ Od⁴eeoνν, die andere(Arnim III 272 S. 67. Andronicus e απαάνον p. 23, 17 Schuchardt): eëraeia dt u‿reioia zuraroοουοσιον ποειν πꝛ⁷* äâs oäseis rouol 1 56 6ιοωσνm-l robs zara- T²a⁰G,w ñ 16 ν πρααεισο Cicero nun definiert seine modestia= ebrasia:„ut modestia sit scientia rerum earum, quae agentur aut dicentur, loco suo collocandarum. Er hat offenbar die Form: eòdrasia νμeoνiν draoνοονν ποαsc⁷vor Augen gehabt. Das griechische zara- vο¹a²⁰/²m enspricht dem lateinischen collocatio. Die Verbindung actionis collocatio oder actionum collocandarum aber ist im Lateinischen nicht möglich. Er ersetzt darum das rodsec durch„rerum, quae agentur aut dicentur,“ um den Begriff zarazooicew durch das entsprechende lateinische collocare wiedergeben zu können. Da ihn der lateinische Satz- bau genôtigt hat, das Substantiv zarazoοο⁶σαιε durch die verbale Wendung loco suo collo- candarum wiederzugeben, so gibt er im nächsten Satze die substantivische Ubersetzung von zaraxoοσαις mit den Worten:„lta videtur eadem vis ordinis et collocationis fore, so dürfte ebrasia dasselbe bedeuten wie zarazoοσ⁵νς oder ordo dieselbe Bedeutung haben wie collocatio.“ Nun ist auch ebrasia(= ordo) gleichbedeutend mit dem lateinischen collocatio; „denn man definiert einerseits ordo so, sie sei Aufstellung der Gegenstände an passenden und geeigneten Orten“. Also räumlich gedacht decken sich die Begriffe eæbrasia, zararoννμ, ordo, collocatio, compositio. Tatsächlich ist es auch eine Forderung der edrasia, daſs alles am rechten Orte geschieht, wie aus§ 144 hervorgeht, wo es heiſst:„tanta vis est loci et temporis.“ Andererseits aber ist in der gegebenen Definition nicht von Gegenständen im Raume die Rede, sondern von Handlungen in der Zeit; denn„eae res, quae agentur aut dicentur“ sind —... quam soleo equidem... appellare nonnumquam etiam moddestium Cis. Tuse. III, 16. In den 090¹, die unter Platos Namen gehen, findet sich 8. 411 D: 00ᷣο%GπmS1υάυπ τςα is νρν eol rds rf aru ugte piroueras Errcνa aal oovds.


