Aufsatz 
Die Arbeitsweise Ciceros im ersten Buche über die Pflichten
Entstehung
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67 mit enthalten ist oder die Ausführungen späterer Paragraphen in unpassender Weise vor- wegnimmt, hat Schmekel(S. 39 41) uberzeugend nachgewiesen.

Durch die§§ 111 116 wird also die Erörterung nicht weiter geführt;§ 117 knüpft unmittelbar an§ 110 an. Dort war die Vorschrift gegeben....propriam nostram (naturam) sequamur... etiamsi sint alia graviora atque meliora, tamen nos studia nostrae naturae regula metiamur. Ferner war die Gleichmäſsigkeit im ganzen Leben wie in den einzelnen Handlungen als wesentliches Merkmal des Geziemenden bezeichnet. Um aber diesen Forderungen nachzukommen, müssen wir beim Beginn unserer Laufbahn recht sorgfältig prüfen, was für uns am besten und angemessensten sein wird. Hierüber wird in den§§ 117 bis 121 gehandelt. Der Gedankengang in diesem Abschnitt über die Berufswahl ist folgender:

A. 1) Bei der Wahl des Berufes das Richtige zu treffen ist schwer;

denn a) man entschlieſst sich in früher Jugend ohne Erfahrung; 6) man richtet sich(ohne eigne Wahl) nach den Eltern; y) man wird bestimmt durch herrschende Vorurteile.

Eine richtige Wahl wird trotzdem oft getroffen durch die Gunst des Glückes, die Vortrefflichkeit der Natur oder die Unterweisung der Eltern.

2) Sehr selten finden sich solche, die neben den erwähnten Vorteilen natürlicher Vortrefflichkeit und elterlicher Unterweisung auch noch Muſse hatten, sich reiflich zu überlegen, welchen Lebensweg sie einschlagen wollten. 3

B. Was haben wir für die Berufswahl zu überlegen? Da gilt der Satz: Ad suam cuiusque naturam consilium est omne revocandum(§ 119). Erst in zweiter Linie kommt unsere äufsere Lage hierfür in Betracht.(§ 120).

C. Wer so gewählt hat, mufs an seiner Wahl festhalten(constantiam teneat§ 120).

D. Hat er trotzdem geirrt, so mufs eine Anderung der Lebensweise und des Lebens- planes eintreten(§ 120).

a) Diese kann durch die Lebensumstände erleichtert werden. 5) Anderenfalls mufs sie allmählich, Schritt für Schritt vorgenommen werden. y) Jedenfalls muſs sie vernünftig erscheinen.

(E.§ 121 von:Sed quoniam paulo ante dictum est imitandos esse maiores bis zum Ende des Paragraphen enthält eine Anmerkung Ciceros).

Dieser Abschnitt über die Berufswahl ist im ganzen sicherlich der griechischen Quelle entnommen. Der Gedanke an die Schwierigkeit einer solchen Entscheidung lag einem vornehmen Römer wie Cicero eigentlich recht fern. Für ihn war der Beruf von vorn- herein gegeben.Causas defensitare sive populum contionibus tenere sive bella gerere war seine gegebene Aufgabe Daher wird Cicero seine Vorlage hier beträchtlich gekürzt haben. Sicherlich arbeitet er freier vom Ende des§ 120 an. Hier müssen die Worte auffallen:magis decere censent sapientes sensim diluere quam repente praecidere. Müller in seiner Ausgabe der Offizien sagt darüber:Gemeint ist Cato und verweist auf Laelius§ 76, wo es heiſst:tales amicitiae sunt remissione usus eluendae et, ut Catonem dicere audivi, dissuendae magis quam discindendae. Ich halte Müllers Meinung für richtig. Daſs Cicero sich hier an Luaelius erinnerte, ist um so wahrscheinlicher, als er Laelius unmittelbar vor den Offizien verfaſst hat und mit seiner Ausfeilung noch beschättigt war, als er schon die zwei ersten Bücher der Offizien vollendet hatte. Der§ 121 vollends ist

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