Aufsatz 
Die Arbeitsweise Ciceros im ersten Buche über die Pflichten
Entstehung
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heilst:Motus autem animorum duplices sunt, alteri cogitationis, alteri appetitus. Danach

ist also appetitus= 60 G nur eine Art von motus. Das Wort motus ist vielmehr die Ubersetzung des griechischen †oo oder ziüνοισω Die Beziehungen von σ= motus, 60ĩ˖᷑ appetitus und aαςσα έ=i perturbatio animi zu einander legt uns folgende stoische

Erklärung dar: 6Gνm ν ν ‿μοo ϑαωνοαςα εεi ιν αe roν. πQτοναἀ‿ονασαα ονν ⁷1 ò'meοreiνονα d zardâ 1oν 6yoν oνι mõiQm1poομε̈νν ναά dmπνεν öy aodu oou 00 euijoeis mgis zard ri, 2νν mπαmσεμειαντ ν(Arnim III 377 S. 92. Clemens Al. Strom. II p. 460 Pott.) d. h. 60%G ist die Bewegung des Geistes zu etwas oder von einem her; Leidenschaft ist ein übermäſsiger Trieb oder ein Trieb, der über das vernünftige Maſs hinausragt, oder ein Trieb, der durchgeht und der Vernunft nicht gehorcht. Widernatürliche Bewegungen der Seele nun sind die Leidenschaften, insofern sie der Vernunft ungehorsam sind. An einer anderen Stelle heiſst es: αοοσ elνα ραοωνι⁶ονιηνπεοναονοααν ναd deru 1 odνει 16 iνον ννπüäõoνν ταο ou rl.(Arnim III 378 S. 92. Stobaeus ecl. II 88, 16 W.) d. h. Leidenschaft, sagt man, sei ein übermäſsiger Trieb, der dem Rate der Vernunft nicht gehorcht, oder eine unvernünftige Bewegung der Seele wider die Natur usw. Der Begriff motus dürfte in unserm Satze(§ 100) also am nächsten dem von actio kommen:), und es soll hier gesagt werden: Die Regungen sind naturgemäfs und deshalb lobenswert, noch viel mehr die der Seele als die des Körpers, wobei der stoische Gedanke zu Grunde liegt:Virtutis laus omnis in actione consistit²). Da aber im Folgenden von den Regungen des Geistes die Rede sein soll, so hat der Satz die Form bekommen: Neque enim solum corporis.... sed multo magis animi motus probandi sunt.

Aber die Regungen des Geistes sind zweifacher Art, es sind die 6ραμα, die Triebe, und die der denkenden Vernunft¹). Die Triebe reiſsen zum Handeln fort appetitus hominem huc et illuc rapit, Ziel und Richtung hat die Vernunft zu bestimmen. So ist also naturgemäſs die Vernunft zur Herrschaft, der Trieb zum Gehorsam bestimmt.

In der Beschreibung der Sophrosyne beginnt also Cicero mit dem allgemeinsten Begriffe motus, oo, wuroςᷣ, geht dann über zu 6ouai, mit denen es ja nach der stoischen Erklärung die Sophrosyne zu tun hat, sagt dann: die Qπουπνm²˖ ist&πιτάõOᴵcͥfdercbv zad Teumr in den Worten:in ratione, quae explanat, quid faciendum fugiendumque sit und setzt im Schlufssatze als ihr Wesen fest: sie sei πιαα i⁵ς †oοvνενᷣςα ρᷣuαta, indem er sagt:ratio praesit, appetitus obtemperet. Die Erklärung der Sophrosyne bei Cicero ist also folgende: 1. Die natürlichen Regungen des Körpers und noch mehr die des Geistes sind zu billigen; denn: omnis virtus in actione consistit. 2. Geistige Regungen sind appetitus und cogitatio oder ratio. 3. Naturgemäâſs ist appetitus nur, wenn er der ratio gehorcht. 4. Die Tugend, die den appetitus dem Urteil der Vernunft unterwirft, ist die Sophrosyne. Nachdem so das Wesen der vierten Tugend bestimmt ist, wird dargestellt,

¹) Vgl. Cicero Fin. V 56 und 57: Quin etiam inertissimos homines, nescio qua singulari nequitia prae- ditos, videmus tamen et corpore et animo moveri semper et, cum re nulla impediantur necessaria, aut alveolum poscere aut quaerere quempiam ludum aut sermonem aliquem requirere, cumque non habeant ingenuas ex doc- trina oblectationes, circulos aliquos et sessiunculas consectari. Ne bestiae quidem, quas delectationis causa con- cludimus, cum copiosius alantur, quam si essent liberae, facile patiuntur sese contineri motusque solutos et vagos a natura sibi tributos requirunt. Itaque ut quisque optime natus institutusque est, esse omnino nolit in vita, si gerendis negotiis orbatus possit paratissimis vesci voluptatibus. Nam aut privatim aliquid gerere malunt ete. ²) Dieser Satz ist von Cicero off. I§ 19 falsch angewandt. Vgl. off. I 132: Motus autem animorum duplices sunt, alteri cogitarionis, alteri appetitus.