Aufsatz 
Die Arbeitsweise Ciceros im ersten Buche über die Pflichten
Entstehung
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wie passen ferner auf den Kriegführenden die Worte: itemque alii de vita, alii de gloria et benevolentia civium in discrimen vocantur? Geradezu sinnlos aber erscheint mir für den, der sich mitten im Kriege befindet, die Vorschrift am Ende des§ 83: dimicareque(debemus) paratius de honore et gloria quam de ceteris commodis. Schlieſslich wird am Ende des § 84 gezeigt, daſs derselbe Fehler im Frieden wie im Kriege gemacht wird. Bis dahin ist also davon gesprochen, auf welchem Gebiet sich die zweite Seite der Tapferkeit am besten entfaltet, welche Aufgaben der hat, der sich zu einer Uaternehmung vorbereitet, und daſs der, welcher in schwieriger Lage ist, Tapferkeit mit Klugheit verbinden muſs.

War das Band, das im Vorhergehenden die einzelnen Vorschriften zusammenhält, nicht die kriegerische Tätigkeit, so ergibt sich schon daraus, daſs im Folgenden nicht von dem friedlichen Wirken des Staatsmannes im Gegensatz zu den Pflichten im Kriege die Rede sein wird. jedenfalls hebt es Cicero in keiner Weise hervor, daſs er von§ 85 an im Gegensatz zu den Kriegsführern von denen sprechen will, die als Staatsmänner sich betätigen. Wenn er sagt:Omnino qui reipublicae praefuturi sunt, duo Platonis praecepta teneant, so will er damit nicht die Staatsleiter im Frieden den Kriegern gegenüberstellen, sondern nachdem er vorher gezeigt hat, wie das Interesse des einzelnen in einen verderb- lichen Gegensatz zu dem des Gemeinwesens treten kann, geht er mit omnino zu der allgemeinen Vorschrift über, die auch die im§ 84 behandelte in sich schliefst, daſs jedes Sonderinteresse dem allgemeinen. Wohl gegenüber zurückzutreten habe. Das Sonder- interesse kann entweder das eines einzelnen oder das einer Partei sein; in beiden Fällen sollen zwei Vorschriften Platos festgehalten werden: Wer den Staat leiten will, darf nur den Nutzen der Bürger im Auge haben und mufs darüber seine eignen Vorteile vergessen, und er darf zweitens in der Sorge für eine Partei dem Besten des Staates nicht untreu werden. Wer so handelt, wird sich von gehdssiger Verleumdung anderer fernhalten, und er wird zwei weitere Vorschriften Platos befolgen, er wird es unterlassen, aus persönlichem Ehrgeiz um Ehrenstellen zu kämpfen und sich frei halten von persôönlichem Haſs gegen solche, die auf anderem Wege das Beste des Staates suchen.

Wenn aber so das Zurückstellen persönlicher Interessen gegen das Staatswohl verlangt wird, so ist das ja eine Forderung der Gerechtigkeit! Hat Cicero vergessen, daſs er hier von der Tapferkeit spricht? Gewifs nicht! Im§ 17 heiſfst es von der Tapferkeit: ut animi excellentia magnitudoque cum in augendis opibus utilitatibusque et sibi et suis comparandis, tum multo magis in his ipsis despiciendis eluceat. Damit steht es völlig im Einklang, wenn hier verlangt wird, daſs die Taâtigkeit auf das Wohl des Ganzen gerichtet sei. Wenn ferner im§ 66 gerade der Seite der Tapferkeit, die dieses Kapitel behandelt, zur Aufgabe gestellt wird: ut... res geras magnas illas quidem et maxime utiles, sed vehementer arduas plenasque laborum et periculorum, cum vitae tum multarum rerum, quae ad vitam pertinent, so erinnern an diese Forderung die Worte am Ende des§ 86:... ut, dum ea conservet, quamvis graviter offendat mortemque oppetat. potius quam deserat illa, quae dixi. Auch die Worte im§ 86:quae gravis et fortis. fugiet zeigen, dafs Cicero nicht vergessen hat, dafs er hier von der Tapferkeit spricht.

So wird also in diesem Abschnitte gefordert, daſs der Tapfere, das heiſst der, welcher für den Vorteil der Seinen tatkraäftig eintritt, die Tapferkeit mit der Gerechtigkeit verbindet. Wenn dabei die Aufgaben der Tapferkeit etwas zu wenig betont werden, so