Aufsatz 
Die Arbeitsweise Ciceros im ersten Buche über die Pflichten
Entstehung
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bus pro communibus utatur, privatis ut suis, 3) debemus... communes utilitates in medium adferre, 4) fundamentum autem est iustitiae fides. Aber die meisten Erklärer führen diese vier Aufgaben auf zwei zurück. So ist nach Dettweiler die Einteilung des ersten Abschnittes(§ 20 23) in dem Satze(§ 20) enthalten: Sed iustitiae primum munus est, ut ne cui quis noceat, nisi lacessitus iniuria, deinde ut communibus pro communibus utatur, privatis ut suis. Die Gerechtigkeit zeige sich hiernach erstens darin, daſs man niemand Schaden zufügt, und zweitens in der Achtung des Eigentumsrechtes. Derselben Ansicht scheint auch Schmekel zu sein(S. 31). Aber die§§ 22 und 23 handeln weder von Schaden noch von Eigentumsrecht, und wir erfahren auch von Dettweiler nicht, wie sie sich seiner Disposition einfügen sollen. Wenn ferner auch die Worte primum... deinde im letzten Satze von§ 29 eine Einteilung anzudeuten scheinen, so läuft doch tatsächlich die Forderung, Gemeingut als solches anzusehen und Privateigentum zu achten, auf dasselbe hinaus wie das Verbot jemandem zu schaden. Grumme fafst daher den Inhalt von§ 20 als eine Forderung auf und unterscheidet drei Pflichten der Gerechtigkeit. Erstens soll man niemand schaden(§ 20 und 21)(innocentia daeiα¹), zweitens soll man zum allge- meinen Besten beitragen(§ 22)(clwoneyoia) und drittens Treue halten(§ 23). Er beruft sich für seine Einteilung auf die Zusammenfassung im§ 31. Dort heiſst es: Referri enim decet ad ea, quae posui principio fundamenta iustitiae, primum ut ne cui noceatur, deinde ut communi utilitati serviatur. Hier würden als Teile der Gerechtigkeit nur daßseasa und eναουανυνννοενα(eboνwalasia) ²) genannt.

Aber im§ 31 wird auch nicht von der Treue gesprochen. Diese gehört in der Tat auch zur zweiten Art der Gerechtigkeit(der eiν᷑ονυνονοa), und zwar ist sie, wie Cicero mit den Worten fundamentum autem est iustitiae fides andeutet, der wichtigste Teil dieser Art³). Der Sinn dieser Worte ist also: Ganz besonders aber beruht die gesellschaftliche Vereinigung auf der Grundlage der Treue d. h. man dient dem gemeinsamen Nutzen ganz besonders, wenn man in Worten und Verträgen sich als wahrhaftig und zuverlässig erweist. So läſst sich auch noch bei Cicero die ursprüngliche Einteilung der Gerechtigkeit im engeren Sinne erkennen. Sie zerfiel in zwei Arten, deren erste im§ 21 und deren zweite in den§§ 22 und 23 beschrieben wird.

¹) Tuscul. III§ 16. omnis innocentia.... quae apud Graecos nomen nullum habet, sed habere potest dßdßeaar: nam est innocentia affectio talis animi, quae noceat nemini. ²) Arnim III 264, S. 64 ei*αοιυννν⁴οέάυοι(&ra eνονσϊν) Bπιοri ν 1oοενο εένν oεναiςν eòνaiasia Eorioτμν οο ouᷣarremn dusurroe rolc*oiov. Arnim III 273, S. 67: eòoνναasia d ei S oνναάα‿⁴ανα qudldrrowoa r6 dinloν.*) Grumme S. 26 Aum. 4 bemerkt, daß Fundamentum autem est iustitiae fides nicht übersetzt werden dürfe: Aber die Grundlage der Gerechtigkeit ist die Treue; denn es heiße§ 31: ea quae posni principio fundamenta iustitiae, primum ut ne cui noceatur, deinde ut communi utilitati serviatur. In diesen Worten würden also dlsßeia und etxoοιννκσνσα selbst als fundamenta iustitiae bezeichnet. Die Treue könnte also nicht über sie, sondern nur ihnen gleichgestellt werden. Es sei also im§ 23 zu ubersetzen: Eine Grundlage der Gerechtigkeit ist ferner die Treue. Nun gibt uns aber Ciceros Text kein Recht dazu, einferner in die Ubersctzung einzufügen. Wir haben es hier ohne Zweifel mit einer nachlässigen Ausdrucks- weise Ciceros zu tun, und da im§ 31 nur zwei Grundlagen der Gerechtigkeit genannt und in§ 31, 32 darauf gezeigt wird, wie gerade die Vorschriften, die sich auf die fides gründen, au jenen beiden Grundlagen der Ge- rechtigkeit auf ihre Bercchtigung zu prüfen sind, so glaube ich, daß in der Vorlage Ciceros die Treue nur als ein Teil der elνποινννia behandelt ist.

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