Aufsatz 
Die Arbeitsweise Ciceros im ersten Buche über die Pflichten
Entstehung
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cum sumus necessariis negotiis curisque vacui

quod verum, simplex sincerumque sit, id esse naturae hominis aptissimum

Huic veri videndi cupiditati adiuncta est appetitio quaedam principatus, ut nemini parere animus bene informatus velit, nisi ex quo magnitudo animi existit, humana- rumque rerum contemptio § 14.

quid sit ordo, quid sit, quod deceat in factis dictisque, qui modus

quam similitudinem natura ratioque ab oculis ad animum transferens

effeminateve

14

cum vacui curis omnia vera diligimus, id est fidelia, simplicia, constantia

Eadem ratio habet in se quiddam amplum atque magnificum, ad imperandum magis quam ad parendum accommodatum

omnia humana non tolerabilia solum sed etiam levia ducens § 47.

in quo inest ordo, moderatio

Cuius similitudine perspecta in formarum specie ac dignitate transitum est ad hone- statem dictorum atque factorum

parum virile

Haätte Cicero einen lateinischen Text zur Vorlage für beide Abschnitte gehabt oder wäre die eine Stelle die Quelle für die andere, so wäre es geradezu wunderbar, daſs er demselben Gedanken fast immer einen andern Ausdruck gab. Dagegen läſst sich diese

Erscheinung recht wohl erklären, same griechische Vorlage zurückgehen. kompiliert, Sätze unseres Kapitels, die in Fin. II. fehlen träglich ein über die Pflichten verfaſst.

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wenn beide Stellen direkt oder indirekt auf eine gemein- Hat aber Cicero unser Kapitel nicht aus Fin. II 45 ff. so wird damit auch der weiteren Annahme Klohes der Boden entzogen, die seien aus spätern Teilen unseres Buches nach- gefügt und das ganze vierte Kapitel sei erst nach Vollendung des ersten Buches An und für sich schon erscheint diese Ansicht etwas seltsam

und setzt einen Grad von Sorgfalt in der Ausarbeitung dieses Kapitels voraus, wie sie sonst

in unserem Buche sich nicht zeigt. einstimmung einzelne dafür zu finden,

Ferner wird man doch eher geneigt sein, in der Uber- r Satze an früheren und späteren Stellen unseres Werkes Anzeichen daſs beide der gemeinsamen Quelle entnommen sind, als daſs Cicero eigne

Zusätze, die er später machte, in einen vorliegenden Text einflickte, den er dann an den

Anfang seiner Abhandlung setzte!

Sehen wir uns nun die Stellen näher an, die nach Klohe nachträglich in das vierte Kapitel eingeschoben sein sollen, weil sie Fin. II fehlen!

Erstens soll im§ 14 von Cicero eingefügt sein: Nec vero illa parva vis naturae est

rationisque bis zu den Worten ne quid indecore effeminateve faciat. Diese Worte bezeichnen aber genau das, was Off. I 93 über das Decorum ausgeführt wird. Es wird später gezeigt werden, daſs die Ausführungen im§ 93 auf Panätius zurückgehen und Klohes abweichende Ansicht darüber eine irrtümliche ist. Damit fällt natürlich auch die Behauptung, Cicero habe im§ 14 bei der Beschreibung der vierten Tugend selbständig den Begriff des Decorum hinzugefügt, weil er später bei der ausführlichen Besprechung dieser Tugend(§§ 93 ff.) aa ihre Stelle das Decorum gesetzt habe.