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Hier ladet uns nicht der Dichter, sondern die dargestellte Persönlichkeit zum komischen Genuſs und einem Mitspiel ein. Auch sie zeigen uns die Dinge von einer gewissen Höhe aus. Die Träger des Humors und Witzes sind immer der Lage gewachsen. Wo Verwicklungen im praktischen Leben unlösbar scheinen, da spielt der Mutterwitz der Frau eine Hauptrolle, wo Entartungen der Kultur und Sitte eine Besserung bedürfen, da spricht sich die richtige Anschauung durch den Mund natürlich oder naiv fühlender Menschen aus, des Dienstmädchens bei Molière u. s. w. Wo Einfall und Streich erst Verwicklungen schaffen sollen, da ist die Jugend am Platz: Der Student, der Leutnant u. s. w. Wo alle Weisheit zu Ende ist, da trifft der Narr eines Lear den Nagel auf den Kopf.
Während wir den Humor des Künstlers und der dargestellten Persönlichkeiten mittönend empfinden, können nun auch gewisse Dinge, Situationen, Ereignisse, Charaktere, Mo- tive u. s. w. uns objektiv zu einer Reaktion reizen. Statt des Humors und der aktiven oder spontanen Lebensfreude haben wir es nun mit der Komik im engeren Sinne und der perzeptiven oder angeregten Lebenslust zu tun. Es ist ein Fehler der gemeinen Meinung, im Vorhandensein komischer Dinge auch immer Humor sehen zu wollen. Die Vielheit von solchen wirkt sogar eher störend als fördernd. In dem köstlichen Humor der Volkslieder oder Goethescher Balladen tritt die objektive Komik oft ganz zurück, sie spielt dagegen die Hauptrolle in der Malerei und im Lustspiel. Die objektive Komik hat in der Kunst nur den Rang eines Mittels. Sie ist nur praktisch wertvoll. Für sie gelten die Gesetze: Die Dinge müssen mit einem wertvollen Inhalt oder Sinn in Beziehung gesetzt werden. Bei den Persönlichkeiten muſs die Komik durch eine Aufzeigung gewisser aufser ihr liegenden Ursachen entschuldbar gemacht werden oder als Strafe erscheinen. Bei den komischen Situationen und Ereignissen mufs die Komik durch die Charaktere und ihre gegenseitige Kontrastierung begründet erscheinen, so dals wir selbst Teilnehmer am Spiel werden. Die komischen Motive ergeben sich aus einer geschickten Benutzung des Zufalls oder der Erfindung geistreicher Einfälle.
Für die Dichtung kommen endlich noch eine Reihe sprachlicher Mittel in Betracht.
Man hat für die Sprache, insbesondere für die dichterische, eine innere und eine äufsere Form unterschieden. Schon vor A. von Humboldt spricht sich Körner in einem Brief an Schiller darüber aus. Die äufsere Form ist für ihn die Diktion und der Versbau. Sie kann schon poetisch und künstlerisch werden, gleichviel ob der Stoff ein Produkt des Verstandes oder der Phantasie ist. Die innere Form ist dagegen die bestimmte Gestalt, die ein Stoff durch die Phantasie erhält, und wodurch er anschaulich wird. Die äufsere Form, so werden wir in Körners Sinn vielleicht sagen dürfen, erweckt unser Interesse an dem„Was“ der Darstellung, an dem Stofflichen, Dar- gestellten selbst. Sie erweitert unseren ldeenkreis. Die innere Form dagegen geht auf das„Wie“ der Darstellung. Sie bewirkt Interesse am Kunstwerk, nicht am Stoff. Sie ist immer ein rein subjektives Produkt.
Wenn wir nun in unserem Fall nach dem Charakteristischen des humorhaften Stils fragen, so wird offenbar in erster Linie die innere Sprachform in Betracht kommen. Sie ist das, was die Romantiker die poetische Ironie nannten. So subjektiv und verschieden ge- färbt diese innere Form auch ist, so mögen wir doch einige Hauptarten deutlich erkennen und sie etwa als einen lyrischen, epischen und dramatischen Stil unterscheiden.
Lyrische Form nimmt der humorhafte Stil dann an, wenn die zu Grunde


