Aufsatz 
Über das Wesen des Komischen
Entstehung
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Um die Jugend hier auf den rechten Weg zu führen, mülste vor allem der Lehrer selbst frei sein vom Druck und der Last des täglichen Argers, der tausend Kleinigkeiten und Aufserlich- keiten, die ihn bald hier, bald dort in Anspruch nehmen. Hier können wir nur auf die Zukunft hoffen. Vielleicht ist aber auch die Gegenwart imstande, jene humorhafte, freie Weltbetrachtung dem Schüler wenigstens nahe zu legen, sie ihn einmal nachempfindend genieſsen zu lassen.

Es ist, wie ich glaube, möglich durch eine gröſsere Berücksichtigung des Humors in der ästhetischen oder Kunsterziehung auf der Schule. Auf einem Kunsterziehungstag in Weimar hat sich Heinrich Hart über die Bedeutung der humorhaften Stimmung so ausgesprochen:Alles Kunstempfinden wurzelt in einem Überschufs an Lebensgefühl, und daher kann die Erziehung zur Kunst nicht genug an Freude und Beglückung atmen. Gerade für die Jugend aber ist in dieser Hinsicht der Humor der beste Stimmungserreger. Hebel, Reuter, Dickens, Jean Paul mülsten im Vordergrund stehen, statt wie jetzt im äufsersten Hintergrund(vgl. den Tag 14. Nov. 1903, No. 535). In seinen Worten liegt ohne Zweifel ein richtiger Gedanke ausgesprochen. Möchte er sich zum Nutzen unserer Schüler auch in weiteren Kreisen Bahn brechen!

Schlufsbemerkung: Den Leser, dem die vorstehenden Gedankenreihen Lust machen sollten, mehr vom Wesen des Komischen zu horen, erlaubt sich der Verfasser auf seine demnächst im Verlage von A. Stein, Potsdam erscheinende Schrift: Das Problem des Komischen in seiner geschichtlichen Entwicklung aufmerksam zu machen. Dort wird man auch eine groſse Zahl der bisherigen Lösungsversuche zusammengestellt finden.

Druck von W. Pormetter in Berlin,